FeedErpenius (Thomas)
ReligionBrockhaus 1882

Erpenius (Thomas), eigentlich van Erpe, gelehrter Orientalist, geb. zu Gorkum in Holland 11. Sept. 1584, studierte zu Leiden Theologie, auf Scaligers Zureden aber zugleich eifrigst die orient. Sprachen. Nachher besuchte er England, Frankreich, Italien und Deutschland. Mit besonderer Freundschaft nahm ihn der berühmte Casaubonus in Paris auf. In Frankreich erlernte er das Arabische, in Venedig das Persische, Türkische und Athiopische. Nach vierjährigen Reisen kam er 1612 nach Holland zurück und wurde Professor der arab. und andern orient. Sprachen, mit Ausschluß der hebräischen. Als 1619 eine zweite Professur des Hebräischen zu Leiden errichtet wurde, übertrug man dieselbe E., der bald nachher auch das Amt eines orient. Dolmetschers bei den Generalstaaten erhielt. Die gelehrtesten Araber bewunderten die Eleganz, mit der er sich in ihrer Sprache auszudrücken wußte. Auch erhielt er mehrfach vom Könige von Danden den Auftrag, Inschriften an maurischen Gebäuden und Denkmälern zu erklären. Er starb 13.Nov. 1624. Seine Werke stehen noch jetzt in Ansehen. Nächst seiner Grammatica Arabica v (Leid. 1631 u. öfter) und den «Rudimenta linguae Arabicaen (Leid. 1620) ist besonders seine Ausgabe von El-Mazins „Historia Saracenica o (Leid. 1625) bekannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 320Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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