FeedMandevile (John) oder Maundevile
HeilkundeBrockhaus 1882

Mandevile (John) oder Maundevile, engl. Ritter, geb. um 1300 zu St.⸗Albans, trieb mediz. und mathem. Studien, verließ aus abenteuerlicher Wanderlust 1327 sein Vaterland, zog über Frankreich ins Heilige Land, diente dem Sultan von Agypten und dem Großchan von Cathai (China- und kehrte nach 34jähriger Wanderung durch die Länder Europas, Asiens und Afrikas in die Heimat zurück. Hier beschrieb er seine Reisen zuerst in lat. Sprache und übersetzte sie dann für einen größern Leserkreis ins Französische und für seine Landsleute ins Englische. Er starb zu Lüttich, wie sein Leichenstein in der Wilhelmiterkirche daselbst meldet, 17. Nov. 1372. Für die Geographie hat sein Buch nur untergeordnete Bedeutung, da er kritiklos alles erzählt, was er von den durchzogenen Ländern gelesen und gehört hatte. Seinen Zweck aber, eine anziehende Unterhaltungslektüre zu liefern, hat er so vollständig erreicht, daß sein Buch eine außerordentliche Verbreitung fand, hinter welcher selbst Marco Polos treffliche Reisebeschreibung zurückstehen mußte. Es wardschon im 15. Jahrh. häufig gedruckt in engl., franz., lat., ital., span., deutscher, holländ. und böhm. Sprache. In deutscher Sprache existieren von dem Reisebuch des Joh. von Montevillas zwei alte, wiederholt gedruckte üÜbersetzungen, die eine von Michelfelser (zuerst gedruckt 1481), die andere von einem Domherrn von Metz, Otto von Diemeringen. Vgl. The voiage and travaile of Sir John Maundevile. Repriuted from the edition of A. D. 1725 „ (herausg. von Halliwell, Lond. 1839); Görres, 4 Die deutschen Volksbücher» (Heidelb. 1807); Schönborn, «Bibliogr. Untersuchungen über die Reisebeschreibung des Sir John M.y (Bresl. 1840).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 402Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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