FeedLeopold (Friedrich)
GeschichteBrockhaus 1882

Leopold (Friedrich), Herzog von Anhalt, geb. 1. Okt. 1794 zu Dessau, Sohn des Erbprinzen Friedrich (gest. 27. Mai 1814), kam nach dem Tode seines Großvaters, des Herzogs Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (gest. 9. Aug. 1817) als Herzog von Anhalt-Dessau zur Regierung und vermählte sich 1818 mit der Prinzessin Friederike (geb. 30. Sept. 1796, gest. 1. Jan. 1850), der Tochter des Prinzen Ludwig von Preußen. Nach dem Erlöschen von Anhalt-Köthen (23. Nov. 1847) trat L. laut Vertrags mit Bernburg vom 2. (7.) Mai 1853 auch die Regierung in diesem Herzogtum an, und nach dem Aussterben der Linie Anhalt-⸗Bernburg (19. Aug. 1863) erbte er auch deren Besitzungen. Mit dieser Vereinigung sämtlicher seit 1603 getrennt gewesenen Besitzungen seines Hauses nahm er 30. Aug. 1863 den Titel Herzog von Anhalt an. Im J. 1866 schloß er sich an Preußen an und trat dann dem Norddeutschen Bunde bei. In seine letzten Regierungsjahre fiel ein Konflikt mit der Landesvertretung wegen der von ihm angestrebten Trennung des herzogl. Privat- und des Staatsbesitzes. Diese Trennung kam endlich Juni 1869 zu Stande. L. starb 22. Mai 1871 zu Dessau. Von folgte sein einziger Sohn Friedrich (s. d.). Von seinen beiden Töchtern ist Agnes (geb. 24. Juni 1824) mit dem Herzog Ernst von Sachsen-Altenburg, Maria Anna (geb. 14. Sept. 1837) mit dem Prinzen Friedrich Karl von Preußen vermählt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 13Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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