Leopold (Karl Friedrich), Großherzog von Baden 1830 —52, geb. zu Karlsruhe 29. Aug. 1790 war der älteste Sohn des Großherzogs Karl Friedri (. d.), aus dessen zweiter Ehe mit Karoline, Freiin Geyer von Geyersberg, welche später zur Reichsgräfin von Hochberg erhoben wurde. Schon sein Vater hatte für den Fall des Aussterbens der ältern Linie das Successionsrecht der jüngern (ähringischhochbergischen) festgesetzt. Diese Bestimmung wurde 1806 unter agnatischem Beitritt zum milienstatut erhoben, infolge dessen der Großherzog Karl Ludwig Friedrich 1817 seinen drei Halboheimen, den Grafen Leopold, Wilhelm und Maximilian, als ebenbürtigen Nachkommen seines Großvaters aus zweiter Ehe, das Successionsrecht in den bad. Landen sicherte. Prinz L. vermählte sich 25. Juli 1819 mit seiner Großnichte Sophie Wilhelmine (geb. 21. Mai 1801, gest. 6. Juli 1865), der Tochter des Königs Gustav IV. Adolf von Schweden, und trat nach dem Tode des Großherzogs deutsche Fürst, der bereits vor 1545 5— 955. tägliche Politik verließ und durch eine Reil wer. ständiger Konzessionen den öffentlichen Geist zu durch den Einfluß einzelner Persönlichkeiten Nach den Soldatenaufständen in Rastatt und dem Aufruhr vom 13. Mai verließ der Großherzog Karlsruhe und begab sich zuerst nach Chrenbreitstein, dann nach f bis durch preuß. und Bundestruppen die Revolution (Ende Juni) niedergew orfen ward. Er starb an einem Gichtleiden 24. April 1852. Schon vorher hatte er, da sein ältester Sohn, der Erbprinz Ludwig (gest. 22. Jan. 1858) wegen Krankheit regierungsunfähig war/ seinen annt. roßherzogs L. dri 93 Win 00 90. 9 dritter Sohn ist der eopold II. (Johann Joseph Franz Ferdin herzog von Osterreich, der zweite Sohn des Großherzogs Ferdinand III. (s. d.), geb. 3. Okt 1797 teilte in seiner Jugend das Exil seines Vaters, der in Wien, Salzburg und Würzburg lebte kehrte mit diesem 1815 nach Florenz zurück und folgte ihm 18. Juni 1824 in der Regierung. In Italien galt vor 1848 die Regierung L.s als die thätigste in materiellen Reformen, sowie als die freisinnigste in kirchlicher, polit. und litterarischer Hinsicht. Die nationale Bewegung, die seit 1847 ganz Italien ergriff, änderte indes auch dieses Verhältnis. Zwar gab L. seinem Lande eine Konstitution, legte sogar den Titel eines Erzherzogs ab und beteiligte sich mit seinen Truppen 1848 am Kriege gegen Osterreich. Dennoch vermochte er sich nicht mit Entschiedenheit dem ital. Interesse anzuschließen und 21. Febr. 1849 entwich er aus Florenz nach Neapel. Darauf wurde eine provisorische Regierung eingesetzt, die aber schon im April gestürzt wurde, worauf L. zurückkehrte. Er erließ eine ausgedehnte Amnestie, schaffte aber 1852 die Konstitution wieder ab. (S. Toscana.) Bei Ausbruch der Krisis von 1859 verließ L. mit seiner Familie 27. April 1859 sein Land, um in Psterreich Schutz und Hilfe zu suchen. Seine spätere Abdankung (datiert Vöslau 21. Juni 1859) zu Gunsten seines Sohnes Ferdinand IV. änderte nichts an dem Gange der Ereignisse, durch welche Toscana für seine Dynastie verloren ging. Der Großherzog L. nahm seitdem seinen Wohnsitz auf den Schlössern Brandeis und Schlackenwerth in Böhmen und starb in ersterm 29. Jan. 1870. Vgl. Baldasseroni, ELeopoldo II, granduca di Toscana e i suoi tempip (Flor. 1871).