FeedAmphipölis
ErdkundeBrockhaus 1882

Amphipölis, Stadt nahe der Südküste Thraziens, im Gebiete der Edonen, am linken Ufer des aus dem See Kerkinitis ausfließenden Strymon unweit dessen Mündung ins Ägäische Meer. Nach mehrern vergeblichen Versuchen gelang es 436 v. Chr. den Athenern unter Führung des Hagnon, Sohnes des Nikias, an dem damals Evvég ödol (neun Wege) genannten Platze eine dauernde Niederlassung zu gründen und zu behaupten, welche wegen ihrer Lage als Stapelplatz für das obere Thrazien sowie wegen der Nähe des vortrefflichen Schiffbauholzes von Wichtigkeit war und bald zu hoher Blüte gelangte. Der Hafen der Stadt war das eine Wegstunde unterhalb A. an der Mündung des Strymon gelegene Eion. Im Peloponnesischen Kriege wurde A. den Atheniensern 424 v. Chr. vom Spartaner Brasidas entrissen und behauptete in wiederholten Kämpfen gegen die Athener seine Unabhängigkeit, unterwarf sich aber dem macedon. König Perdikkas. Philipp von Macedonien zog 359 aus polit. Gründen seine Besatzung aus der Stadt, eroberte sie jedoch im folgenden Jahre wieder. Sie blieb nun bei Macedonien bis auf die Zeiten der Römer, welche den wichtigen Platz zur Freistadt sowie zur Hauptstadt von Macedonia prima erhoben und die Via Egnatia durch dieselbe führten. Geringe, meist aus der byzant. Zeit herrührende Reste der Stadt finden sich bei dem Orte Neochori (türk. Jenikizi).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 578Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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