FeedLepidodendron
PflanzenreichBrockhaus 1882

Lepidodendron Brgt. ist die Bezeichnung für eine Anzahl von Pflanzenresten, welche Gefäßkryptogamen aus der Familie der Lykopodiaceen angehören. Es waren Pflanzen von baumartigem Wuchse, die vereinzelt schon im Devon auftreten, hauptsächlich aber in der carbonischen Flora eine Verbreitung besaßen und in der permischen Formation wieder verschwinden. Sie bilden einen charakteristischen Bestandteil der Steinkohlenformation und stellen jedenfalls eine ziemlich artenreiche Gruppe dar. Es läßt sich mit Sicherheit annehmen, daß diese Pflanzen eine ansehnliche Höhe, vielleicht bis zu 30 m erreschten und an der Bildung der ausgedehnten Wälder jener Zeit einen hervorragenden Anteil genommen haben. Der Stamm war, wie dies auch bei den lebenden Lykopodiaceen der % ist, meist dichotom verzweigt. Während aber die Ren Vertreter dieser Familie niedrige krautartige Pflanzen darstellen, erreichten die Lepidodendreen nicht bloß eine bedeutende Höhe, sondern ihre Stämme besaßen auch ein ausgiebiges Dickenwachstum und infolge dessen einen ansehnlichen Durchmesser. Der Sporenbildung nach sind sie zu den heterosporen Lykopodiaceen zu stellen, denn in den Fruchtähren, die uns erhalten sind, finden sich zweierlei Sporen, Makrosporen und Mikrosporen. Diese Fruchtbestände werden in der phytopaläontologischen Nomenklatur unter dem Namen Lepidos trobus zusammengefaßt, und der Bau derselben bildet ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal für die systematische Gruppierung der hierher gehörigen Pflanzenreste. Allerdings ist nur in wenigen Fällen der Zusammenhang dieser Fructifikationsorgane mit den vegetativen Teilen näher nachgewiesen, immerhin läßt sich aber die Annahme rechtfertigen, daß die Lepidodendreen zu den heterosporen Lykopodiaceen zu —U sind. In den zahlreichen Fällen, wo ein solcher Zusammenhang bisjetzt nicht nachgewiesen ist, muß die Unterscheidung der einzelnen Formen, soweit diese überhaupt möglich ist, auf andere Merkmale: Struktureigentümlichkeiten, Form und Größe der Blätter oder Blattnarben etc. vorerst beschränkt bleiben. Die Blattorgane sind von linealer Form und erreichen meist eine Länge von 10—15 em, bei manchen Arten sind sie bedeutend kürzer, etwa 1 em lang, und haben ganz die Form der jetzigen Lykopodienblätter, sodaß junge Zweige von L.., die mit solchen kurzen Blättern besetzt sind, ganz das Aussehen von Lykopodien haben. Die Blätter waren jedenfalls ziemlich fest gebaut und besaßen einen starken Mittelnerven. Sie sind schraubenlinig oder wirbelig gestellt und sitzen dicht aneinander, sodaß der ältere Stamm ganz von Blattnarben bedeckt erscheint. Das interkalare Wachstum der Internodien scheint demnach sehr gering gewesen zu sein. Die Blattnarben sind rhomboidisch und erscheinen an ältern Stämmen infolge des Dickenwachstums bedeutend größer als an jüngern Zweien. Meist sind dieselben durch einen längs verlaufenden Riefen in zwei ziemlich gleiche Partien geteilt. Die Narbe des eigentlichen Blatte über dieser Partie, die das Mattpolser dartehl, und zeigt in der Mitte das in das Blatt gehende Gefäßbündel. Der anatom. Bau der Stämme ist erst in neuerer Zeit genauer untersucht worden; es findet sich im Innern ein oft mächtig entwickelter Holzkörper, der meist aus leiterförmig verdickten Tracheiden besteht und außerhalb dieses Holzkörpers eine ziemlich dicke Rinde, in der die Gefäßbündel vom Holzeylinder nach den Blättern verlaufen. Außer der Gattung L. hat man noch einige andere, mit dieser jedenfalls nahe verwandte, unterschieden und sie zu einer Gruppe, Lepidodendreeae, vereinigt. Dazu gehören unter anderm die Gattungen Ulodendron, deren Arten weniger verzweigte Stämme besitzen, ferner Knorria oder Lyginodendron mit langgezogenen rhombischen Blattpolstern, und Lepidophloios, dessen Stamm mit in vier Reihen stehenden Ästen besetzt ist. Die Fruchtstände der Lepidodendreen werden, wie schon erwähnt, unter dem Gattungsnamen Lepidostrobus zusammengefaßt. „Lepidokrokit, ein Mineral, welches halbkugelige, traubige und nierenförmige Aggregate von schuppig-faseriger Struktur und rötlichbrauner bis nelkenbrauner Farbe bildet; chemisch ist es ein etwas Mangan haltiges Eisenoxydhydrat; besonders charakteristisch in der Gegend von Sayn und Siegen in Rheinpreußen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 15Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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