Leuchten der Pflanzen. Bei einigen Pilzen aus der Gruppe der Hymenomyceten läßt sich unter günstigen Bedingungen, hauptsächlich bei Vorhandensein von feuchter Luft und hoher Temperatur, ein eigentümliches phosphoreszierendes Leuchten beobachten, welches wahrscheinlich durch lebhafte Atmung dieser Pilze hervorgerufen wird; bei erhöhter Sauerstoffzufuhr erscheint es deutlicher, beim Fehlen dieses Gases erlischt es sehr bald. Es sind vor allem einige tropische Arten der Gattung Agaricus, wie Agaricus igneus, noctilucens u. a., ferner Agaricus olearius in Südeuropa. Der in Deutschland einheimische Agaricus melleus, dessen Mycelstränge (Khizomorpha) in dem Holz mancher Bäume Zersetzungserscheinungen hervorrufen, bedingt das Leuchten des faulen Holzes, welches man in warmen Sommernächten sehr leicht beobachten kann. (Vgl. Phosphoreszenz.) „Leuchten der Tiere beruht wahrscheinlich auf einem langsamen Orydationsprozeß organischer Verbindungen. Wir kennen leuchtende Geschöpfe aus der Gruppe der Infusorien (s. Leuchttierchen), Polypen (Seefedern, Gorgonien, Quallen), Ringelwürmer (neben zahlreichen Meeresbewohnern auch einen einheimischen Regenwurm), Käfern (s. Glühwurm), Molluscoiden (s. d.), Muscheln Bohrmuscheln, s. d.) und Schnecken (Phyllirhoc). Bei den meisten dieser Tiere leuchtet nicht der ganze Körper, sondern nur gewisse Regionen desselben und scheint die Leuchtkraft hauptsächlich an besondere Drüsen, aber auch an nervöse Elemente gebunden zu sein. Das Leuchten mag in einzelnen Fällen (südamerik. Leuchtkäfer) dazu dienen, die Geschlechter zusammenzuführen, in andern ist das sicher nicht der Fall; so leuchten unsere Leuchtkäfer nicht bloß im ausgebildeten Zustande, sondern auch als Larven und Cier und ebenso leuchten augenlose Tiere. Es ist wahrscheinlich, daß diese Tiere dadurch, ähnlich wie andere durch Schreckfarben (s. d.), vor Nachstellungen 5beond werden. Über das Leuchten der Tiere schrieb besonders Panceri.