Leukorrhöe (grch., von nss weiß, und son, Fluß), auch Weißer Fluß oder das Weiße genannt (fluor albus, frz. eurs blanches), bezeichnet einen Ausfluß weißlicher (oder auch gelblicher, grünlicher), schleim- oder eiterähnlicher Flussigkeit aus den weiblichen Geschlechtsteilen. Derselbe stammt von einer katarrhalischen oder ulcerierenden Entzündung dieser Teile her und kann bald mehr in den äußern Partien derselben, bald in der Mutterscheide, bald in der Gebärmutter selbst seinen Sitz und Ursprung haben, aber auch mehrere dieser Teile zugleich befallen. Unterschieden wird dies nur durch eine genaue Untersuchung mittels des Mutterspiegels (speculum uteri). Die Ursachen der L. sind mannigfaltig. Manche sind unschädliche Begleiter der Menstruation oder des Wochenbettes bei gewissen Frauen; andere entstehen durch örtlich reizende Ursachen (3. B. durch Madenwürmer, durch den Dampf der Kohlentöpfe, durch Staub und Reibungen); andere durch Ansteckung mit Tripper oder Syphilis; manche sind Folge allgemeiner Ernährungsstörungen (vor allen Blutarmut) und Blutstauungen in der Gebärmutter infolge von chronischen Herz- und Lungenkrankheiten, häufig auch von krankhaften Lageveränderungen der Gebärmutter. Jede Art derselben erfordert natürlich eine besondere Behandlung. In den meisten Fällen leisten Ausspülungen mit Lösungen von Alaun, Zinkvitriol, Carbolsäure oder mit Eichenrindenabkochung gute Dienste; liegt dem Weißen Fluß eine Allgemeinerkrankung des Organismus (Bleichsucht, Blutarmut, Skrofulose) zu Grunde, so muß diese vor allem durch die geeigneten Mittel beseitigt werden. Bei länger anhaltender L. soll die Einholung ärztlichen Rates nicht verabsäumt werden.