Lichnowski, eine jetzt fürstliche, in Osterreich und Preußen begüterte Familie, ist ein altes, aus Polen nach Schlesien eingewandertes Adelsgeschlecht. Dasselbe erhielt 18. Aug. 1702 und 31. Aug. 1707 die Wür Freihr 7 in den Reichsgrafenstand erhol Infolge der Heirat des Reichdar erhoben. Infolge von Odrau, der le ihres die preuß., 1846 die österr. Duprhwürnenochv von Werdenberg an. Rechte der Erstgeburt. König Wilheim 1. von Preußen verlieh durch Kabinettssch reiben der Familie umfassen — Menz⸗ ö Schlesten die Allo dialherrschaft Grätz (220 qkm) im preuß Schl si die bevorrechteten Masdratsherrschaften Kuchelna, 19. Sept. 1789, bekannt als Versasser der 277 .1—8, Wien 6— ierte sei amnm Coßnen. zu München, mit Hinterlassung er Erstgeborene, Fürst kam frühzeitig in preuß. Militärdienst nahm aber 1838 seine Entlassung. Er trat nun in die Dienste des span. Prätendenten Don Carlos, der ihn zum Brigadegeneral und Generaladiutanten ernannte Nach der Rückkehr aus Spanien schrieb er (Erinnerungen aus den J. 1837—395 (2 Bde Frankf. 1841—42), die ihn 1841 mit dem Bruder des Generals Montenegro in ein Duell verwickelten in welchem er schwer verwundet wurde. Wieder genesen, machte er 1842 eine Reise nach Portugal, über die er in dem Werke Portugal Crinnerungen aus dem J. 1842 (Mainz 184⁴3) berichtete. Nach Auflösung des ersten preuß. Landtags von 1847, an dem er in der Herrenkurie lebhaften Anteil nahm, lebte er abwechselnd zu Wien und Berlin. Im J. 1848 von Ratibor in die Deutsche Nationalversammlung zu Frankfurt gesendet, gehörte er zu den bedeutendsten Rednern der Rechten. Als solcher bekannt, fiel er während des frankfurter Aufstandes 18. Sept. 1848 auf der Bornheimer Heide nebst dem General Auerswald (.. d.) als Opfer eines fanatisierten Pöbelhaufens. Vgl. Köstlin, Auerswald und L.5 (Tüb. 1853). Ihnm folgte sein jüngerer Bruder, Fürst Karl L., preuß. Generalmajor à la suite der Armee, geb. 19. Dez. 1819 im Majorat als Chef des Hauses. Licht nennt man die objektive Ursache der Sichtbarkeit der Gegenstände, welche sie dem Auge, sofern dass elbe gesund und im Besitz seiner natürlichen Fähigkeiten ist, wahrnehmbar macht. Man unterscheidet in Bezug auf das L. selbstleuchtende und dunkle Körper. Die erstern haben die Quelle des L. in sich selbst, z. B. die Sonne, die Fixsterne, die brennenden Körper (Feuer); die letztern sind nur dadurch sichtbar, daß sie erleuchtet werden, d. h. von einem andern selbstleuchtenden Körper L. er alten und zum Teil zurüchtenden. Für die Erde ist die Sonne die wichtigste Lichtquelle. Ferner unterscheidet man unter den dunkeln Körpern durchsichtige und undurchsichtige, von denen erstere das 420 sie fallende L. hindurchlassen, letztere nicht. Von Theorien über das L. sind besonders zwei ausgebildet worden, die Ausstrahlungs-, Emanations- oder Emissionstheorie und die Schwinungs-, Wellen⸗, Vibrations⸗ oder Unduationstheorie. Erstere, welche Newton zum Urheber hat (1678), nimmt nach dem Vorbilde des Riechens an, daß das L. aus materiellen, wiewohl ausnehmend feinen Teilchen bestehe, welche von jedem selbstleuchtenden oder erleuchteten Körper mit außerordentlicher Schnelligkeit ausgehen und in das Auge gelangen. In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrh. ist diese Theorie von Laplace, Biot und Brewster vervollständigt worden, und sie reicht aus, viele Erscheinungen des L. ziemlich einfach und ungezwungen zu erklären. Die zweite Theorie, zuerst von Huyghens aufgestellt (1690), erklärt die Lichtvorgänge ganz auf t Art, wie der Schall erklärt wird, eier urch die Schwingungen oder Vibrationen einer den Raum erfüllenden, sehr dünnen und elastischen Flüssigkeit, die man Ather genannt hat. Die kleinsten Teilchen der selbstleuchtenden Körper eszirn (vibrieren) und setzen dadurch die Teilchen des Athers, der sie umgibt, in fortschreitende Schwingungen oder Wellen (Undulationen); diese treffen die Sehnerven, versetzen auch diese in ähnliche Vibrationen und bewirken so die Empfindung des Sehens. Die so fortschreitenden Schwinungen des Athers nennt man Lichtwellen. Die Verschiedenheit der Farben wird durch die verschiedene Dauer oder Schnelligkeit der Atherschwingungen erzeugt, und zwar entsprechen der violetten Farbe die schnellsten, der roten die langsamsten Schwingungen; nach Fresnels Berechnung kommen auf 1 Sekunde beim violetten L. 764 Billionen, beim roten 488 Billionen Schwingungen. Diese Theorie, schon im 18. Jahrh. (1746) von Euler verteidigt, wurde nach längerer Vernachlässigung in neuerer Zeit (1800 bis jetzt) von Houng, Fraunhofer, Fresnel, Ampere, Poisson, Neumann, Cauchy u. a. weiter ausgebildet. Sie allein zeigt sich im Stande, über alle Erscheinungen, welche das L. darbietet, vollständigen Aufschluß zu geben, und hat daher seit Fresnel (1815—22) immer mehr Anklang gefunden, sodaß sie jetzt die allein geltende ist. Das L. pflanzt sich mit einer außerordentlich großen Geschwindigkeit fort; es durchläuft in der Sekunde einen Weg von 312000 km, sodaß es, um von der Sonne zur Erde zu gelangen, nur 8¼ Minuten und, um vom Monde zur Erde zu gelangen, nur wenig mehr als 1 Sekunde Zeit gebraucht. Die Geschwindigkeit des L. läßt sich sowohl durch astron. Beobachtungen Verfinsterungen der Jupiterstrabanten, Aberration) als auch durch physik.Apparate messen. Solange das L. in einem und esaole Mittel (Stoffe) sich bewegt, pflanzt es sich geradlinig fort. An der Grenze zweier verschiedenen Mittel erleidet es teils eine Zurückwerfung (Reflexion), indem es in das erste Mittel, in welchem es sich bis dahin bewegte, wieder zurückkehrt, oder es tritt in abgeänderter Richtung in das zweite Mittel ein (es wird gebrochen). Die Brechung des L. oder die Abweichung von seiner tel inem arn Bahn beim übergang aus einem Mittel in ein anderes entsteht dadurch, daß die Clasticität des Athers in beiden Mitteln verschieden ist. (S. Brechung der Lichtstrahlen.) Da die verschiedenfarbigen Lichtstrahlen, welche das farblose Sonnenlicht bilden, zufolge der Verschiedenheit ihrer Wellenlängen eine verschiedene Brechung erleiden, so müssen dieselben z. B. bei der Brechung in einem dreiseitigen Glasprisma voneinander getrennt werden. (S. Farbe.) Wenn Lichtwellen, welche von einem Punkte ausgegangen „sind, aber etwas verschiedene Wege zurückgelegt haben, wieder in ihren Richtungen nahe zusammenfallen, so können sie sich entweder verstärken oder (auch ganz oder nur zum Teil aufheben. (S. Interferenz.) Wenn die Schwingungen in einem Lichtstrahle alle in einer Ebene oder in parallelen Ebenen geschehen, so heißt das L. polarisiert. (S. Polarisation des Lichts.) Die Interferenz polarisierter Lichtstrahlen führt auf Erscheinungen, welche zur „Annahme zwingen, daß die Schwingungen der Atherteilchen transversal, d. i. senkrecht auf der Richtung des Lichtstrahls erfolgen. Gewisse Körper (z. B. gebrannte Austerschalen) leuchten, wenn sie dem L. ausgesetzt gewesen sind, noch eine Zeit lang im Dunkeln. (S. Phosphoreszenz.) In Bezug auf die chem. Wirkungen des Lichts s. Photographie. Auch auf die Vegetation übt das L. viel Einfluß aus, indem unter seiner Einwirkung in den Cauer-Pflanzenteilen die Kohlensäure zerlegt und Sauerstoff ausgeschieden wird. Vgl. Lommel, Das Wesen des L.y (Lpz. 1874); Tyndall, 4Das L.y (Braunschw. 1876); Vogel, Die chem. Wirkungen des L.y (Lpz. 1874); Pisko, „L. und Farber (2. Aufl., Münch. 1875); bezüglich der Wellenlehre des L. besonders Beer, 4Höhere Optiko (Braunschw. 1853); Airy, 4Undulatory theory of optics o (1866): Briot, Théorie de la lumièren (1864; übersetzt von Klinkerfues, Lpz. 1867): Verdet, &Optique (1869 — 72; übersetzt von Exner, Braunschw. 1881). Das Licht in der Malerei bestimmt nach seiner Stärke auch den Schatten und die Farben. Ab⸗ (gedämpftes Licht ist dasjenige, welches dunkler ist als das Hauptlicht im Bilde. Dies geschieht dadurch, daß entweder ein Gegenstand dem Auge enternter oder dem Lichtstrahl in weniger gerader i— ausgesetzt ist, wo das L. nur streift, wodurch Schlagschatten entstehen. Lichter in der Mehrzahl heißen in der Malerei diejenigen Stellen, welche das einfallende L. in seiner vollen Stärke empfangen; ihre Anordnung und Verteilung im Gemälde hängt mit der Perspektive zusammen.