Lichtenberg (Georg Christoph), gelehrter Physiker und satirischer Schriftsteller, geb. 1. Juli 1742 in Oberramstädt bei Darmstadt, bezog 1763 die Universität zu Göttingen, wo er sich viel mit Astronomie beschäftigte und 1775 eine ord. Professur erhielt. Wiederholte Besuche in England verschafften ihm eine genaue Kenntnis der dortigen Verhältnisse. Er brachte einen ausgezeichneten physik. Apparat zusammen, welcher später in den Besitz der Universität überging, und machte mehrere wichtige Entdeckungen auf dem Gebiete der Elektricität Ersche Figuren u. s. w.). Seine scharfen satirischen Angriffe gegen die verschiedensten Zeitrichtungen zogen ihm vielfache litterarische Kämpfe zu; so mit Lavater wegen dessen Bekehrungsversuch an Mendelssohn und wegen der Physiognomik; doch versöhnten sich beide später völlig. Einen andern Streit mit Voß über die Aussprache des Griechischen rief L.s Schrift « Über die Pronunciation der Schöpse des alten Griechenland » (1782) hervor. Treffliche Aufsätze lieferte L. seit 1778 zum 4Göttingischen Taschenkalenderv, worin auch zuerst Teile seiner 0 Ausführlichen Erklärung der Hogarthschen Kupferstiche mit Kopien derselben von Riepenhausen»erschienen. Mit G. Forster gab er das 4Göttingische Magazin der Litteratur und Wissenschafto heraus. Er starb 24. Febr. 1799. Seine satirischen und scherzhaften Aufsätze sind gesammelt in L.s 4Vermischten Schriften (9 Bde., Gött. 1800 —5; neue Originalausgabe, 8 Bde., 1867). Vgl. Grisebach, KL.s Gedanken und Maximen. Lichtstrahlen aus seinen Werken» (Lpz. 1871).