FeedLieitation
PflanzenreichBrockhaus 1882

Lieitation, licitieren, s. Versteigerung. Licitum (lat., Mehrzahl Licita), das Erlaubte; bei Versteigerungen soviel wie Gebot; lioito modo, auf erlaubte Weise. Licorne, lange Haubitze, s. Einhorn. Lictoren, s. Liktoren. Licuala Wurmb., zwitterblütige und polykarpische (d. h. wiederholt fruchtbare) Palmen Indiens (ienseit des Ganges) und der Malaien, mit sechs Staubgefäßen und durch Fehlschlagen einsamigen Beeren, kleine Bäume von elegantem Wuchs und mit kreisrunden Wedeln, deren verhältnismäßig lange Stiele an den Rändern mit Dornen bewaffnet sind. L. peltata, 3—4 m hoch, mit einem kaum armstarken, cylindrischen Stamme, der mit den lange dauernden Blattstielresten besetzt, sonst aber ganz glatt ist. Sie zeichnet sich vor andern Palmen dadurch aus, daß sie immer nur einen einzigen Blütenkolben hervorbringt, der aber dafür eine Länge von 2 und selbst 3 meerreicht. Die Blüten sind außerordentlich groß, weiß, sehr schön und von langer Dauer, ja sie erhalten sich in vollster Jugendfrische sogar bis zur Reife der Frucht, welche einige Ahnlichkeit mit einer noch im Fruchtbecher sitzenden Eichel hat. Von gleich elegantem Habitus sind L. spinosa und acutifida. Wegen ihrer geringen Dimensionen sind diese Palmen zur Kultur im Warmhause sehr geeignet. Licus, der lat. Name des Lech. Lida, Kreisstadt im russ. Gouvernement Wilna, am Bache Lida, mit (1882) 3915 E., meist Litauer und Juden. L. ist eine sehr alte Stadt und war im 14. Jahrh. Lieblingsaufenthalt der ort. 139⁴4 wurde sie von den Schwertrittern zerstört. Liddisdale, Gemeindein Roxburghshire (Schottland), s. Castleton (3)9). Liderung, soviel wie Dichtung (s. d.). Lidköping, Stadt in Schweden, Skaraborgs Län, an der Mündung der Lidan in den Wenernsee, Station der Privatbahnen L.⸗Stenstorp und L.⸗ Häkantorp, mit (1883) 4874 E., die bedeutenden Handel mit Getreide treiben. Die Neustadt ist von Magnus Gabriel de la Gardie angelegt worden, zu dessen Grafschaft Leckö das alte L. gehörte. Lidkrampf oder Blepharospasmus (grch.) ist der unwillkürliche Schluß der Augenlidspalte durch krampfhafte Kontraktion des Schließmuskels; kann hervorgerufen werden durch Lichtscheu (s. d.) oder durch Reizung der im Auge verzweigten sensibeln Nervenfasern bei Entzündungen, Verletzungen des Auges, namentlich mit c Reieunande fremden Körpern, oder endlich durch eizzustände in den sensibeln Gesichtsnerven, insbesondere auch den Zahnnerven, die sich den zum Schließmuskel gehenden motorischen Nervenfasern des Nervus facialis mitteilen. Im letztern Falle nimmt nicht selten auch die Gesichtsmuskulatur an dem Krampfe teil, der häufig sehr hartnäckig und mitunter nur durch Ausschneiden eines Stücks des gereizten sensibeln Nerven zu heilen ist. Lidner (Bengt), schwed. Dichter, geb 1 1757 zu Gotenburg, studierte in Lund und Rona, erhielt 1779 in Stockholm eine Anstellung in der Armeeverwaltung, war dann kurze Zeit Sekretär des schwed. Gesandten, des Grafen Creutz, in Paris und siedelte dann nach Finland über. Er starb in Armut zu Stockholm 4. Jan. 1793. Von seinen feurigen Poesien sind besonders Spastarav, Aret 1783 und die Oper Medeap berühmt geworden. Lido (ital.), Küste, Gestade; besonders bekannt sind die Lidi von Venedig, lange Dünen, durch welche die Lagunen gegen das offene Meer geschützt werden und welche noch durch Mauerwerk verstärkt sind. Dasselbe fällt Ger die Lagunen senkrecht, egi das Meer in vier Terrassen ab. ie (Jonas Lauritz Edemil), beliebter norweg. Novellist, geb. 1833 in Eker bei Drammen, verlebte seine Jugend in Tromsö, dessen großartige nordische Natur und eigentümliches Leben den Gegenstand vieler seiner Novellen und Romane bilden. Von diesen sind zu nennen: (Den Fremsynten (Der Hellseher», deutsch, Lpz. 1882), „Tremasteren Fremtideno, Lodsen og hans Hustruv, Billeder fra Nordland » (1870), Thomas Roßo, Rutlando, Adam Schraderv (1879), Gaa paav (1882), Livsslaveno (1883), Familjen paa Giljev (1883), 4En Malströmo (1884) u. s. w. Er gehört zwar zu der realistischen Schule, hat sich aber stets von ihren Ausschreitungen sern gehalten. L. bezieht eine vom Storthing ihm bewilligte Dichtergage. Liebau, Stadt im Kreise Landeshut des Regierungsbezirks Liegnitz in der preuß. Provinz Schlesien, an der in den Bober mündenden Schwarzbach, Station der Linie Ruhbank-L. der Preußischen Staatsbahnen und an der Linie Josephstadt-L. der Südnorddeutschen Verbindungsbahn, ist Sitz eines preuß. und österr. Hauptzollamts und eines Amtsgerichts, hat zwei kath. und eine evang. Kirche, zwei bedeutende Flachsgarnspinnereien und zählt (1880) 4911 meist kath. E., die hauptsächlich Leinweberei und Flachshandel treiben. L. wurde 1290 angelegt und gehörte früher dem Kloster Grüssau. Am 17. Sept. 1848 durch eine Feuersbrunst großenteils zerstört, wurde es schöner wieder aufgebaut. Liebe im allgemeinen Sinne des Wortes ist das mit einem mehr oder minder lebhaften Wunsche des Besitzes oder Genusses verbundene Gefühl der Wertschätzung eines Gegenstandes; ihre verschiedenen Arten beruhen auf der Verschiedenheit dieser Gegenstände. Man spricht von der L. zu leblosen Dingen, welche in irgend einer Weise dem Bedürfnis des Menschen entgegenkommen und besonders durch längere Gewöhnung zu Gegenständen der Pflege und der Sorge werden; das tiefere Wesen der L. aber ist ein Verhältnis der Menschen zueinander. Endlich wird auch lebhafte Wertschätzung und begeisterte Hingabe an ideale Güter als L. bezeichnet, wenn man von L. zum Vaterlande, zur Freiheit, zum Schönen, zur Tugend, zur Wahrheit, zu Gott spricht. Alle diese Formen der L. finden sich in konzentrierter Gestalt und in einer besondern Beziehung vereinigt in derjenigen L., welche man unter dem engern Sinne des Wortes versteht, in der Geschlechtsliebe. Ihre Grundlage, der physische Trieb der ortpflanzung, ist einer der wichtigsten unter den ewegenden Faktoren des Menschenlebens; sie ist daher zunächst als eine in poetisches Gewand gekleidete Sinnlichteit zu betrachten, welche in einer glücklichen Ehe in gegenseitige Achtung, wohlwollende Zuneigung und auf Pflichtgefühl beruhende treue Anhänglichkeit übergeht. Vgl. Michelet, «L'amour (Par. 1859; 6. Aufl. 1865; deutsch von Spielhagen, 3. Aufl., Lpz. 1868); Abel, «über den Begriff der L. (Berl. 1872); Duboc, «Die Psychologie der L.v (Hannov. 1874); Mantegazza, «Pisiologia dell' amorer (Mail. 1873; 2. Aufl. 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 61Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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