Lilly oder Lyly (John), engl. Dichter, geb. 1554 in der Grafschaft Kent, studierte in Oxford, gest. 1606 zu London, wo er als Schriftsteller gelebt hatte. Er ist am bekanntesten durch seinen Roman Euphues, the anatomy of Wito (1579) mit der Fortsetzung Euphues and his Englando (1580). L. führte darin eine gekünstelte, gezierte und pedantische Sprache ein, die den Beifall der vornehmen Welt fand und Modesprache wurde, obwohl dieser sog. Euphuismus nicht umhin konnte, den Spott der dramat. Dichter (auch Shakspeares) u. a. herauszufordern. Außerdem gibt es von L. neun Schauspiele, denen es nicht an Kraft und Humor gebricht und die sämtlich von den Chorknaben der St. Paulskirche vor der Königin aufgeführt wurden. Sie sind neu herausgegeben Fairholt (2 Bde., Lond. 1858); neue Ausg. des Euphues v (beide Teile) von Arber (Lond. 1868). „Lilybäum (grch. Lilybaion) hieß bei den Alten die westl. Landspitze Siciliens, jetzt Capo Boco: von der nächsten afrik. Spitze Kayv Bon ist es über 100 km entfernt. Die Karthager gründeten hier um 350 v. Chr. eine Stadt, die den gleichen Namen trug. Stark befestigt und mit vortrefflichem Hafen, galt sie ihnen als Hauptstützpunkt ihrer Herrschaft in Sicilien. Im ersten Punischen Kriege wurde sie von den Römern belagert, aber erst im Frieden ihnen überliefert, und lange blieb sie als bester Üübergangsort nach Afrika im Wohlstand. Die Sarazenen haben der Stadt den gegenwärtigen Namen Marsala (s. d.) gegeben.