FeedSilius Italicus (Tiberius Catius)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Silius Italicus (Tiberius Catius), röm. Dichter in der letzten Hälfte des 1. Jahrh., geb. 25 n. Chr., bekleidete unter Nero 68 n. Chr. das Konsulat und verwaltete nachher als Prokonsul auf eine ehrenvolle Weise die Provinz Asien. Später zog er sich von den öffentlichen Geschäften auf seine Landgüter zurück und lebte hier philos. Studien und der Poesie, bis er in seinem 75. Lebensjahre, 101 n. Chr., von einem unheilbaren Körperleiden durch einen freiwilligen Tod sich befreite. Sein noch vorhandenes Epos (Punicav schildert in 17 Büchern hauptsächlich, wenn auch nicht auss chließlich nach Livius, den zweiten Punischen Krieg. In der poetischen Form sucht S. namentlich Virgil nachzuahmen. Das Werk hat aber mehr rhetorischen als wahrhaft poetischen Charakter, obgleich es darin nicht an einzelnen erhabenen Schilderungen, z. B. des Heereszugs des Hannibal über die Alpen, fehlt. Die besten Ausgaben besorgten Drakenborch (Utr. 1717), Ernesti (2 Bde., Lpz. 1791 — 92), Ruperti (2 Bde., Gött. 1795-98) und Weber im Corpus poetarum Latinorumo (Frankf. 1833); deutsche übersetzungen lieferten Bothe (Stuttg. 1856) und ein Ungenannter (2 Bde., Braunschw. 1866). Vgl. Brandtstäter, (De Pun. Sil. argumento, stilo, ornatu poeticoy (Wittenb. 1877); Heynacher, Die Stellung des S. unter den Quellen des zweiten Punischen Kriegso (Ilfeld 1877); Schlichteisen, «De fide historica

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 825Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6