Lisenen (Lesinen, Laschenen) sind vertikale, nur wenig vor die Mauerfläche vortretende Wand⸗ „üstreifen oder pilasterartige Verstärkungen der Mauern. Sie dienen zur Abteilung der Wandflächen in kleinere Felder, also zur Bereicherung der Fagaden und kommen besonders häufig an den Gebäuden roman. Stils vor, wo sie oberhalb, unter dem Hauptgesims meist durch Reihen von kleinen Bögen, sog. Bogenfriese, unter sich verbunden sind. In der Renaissance dienen sie, zu beiden Seiten der Fenstergewände angebracht, als Stützen der Verdachungskonsolen oder, ringsum geführt, zur Einrahmung von Rundfenstern u. s. w. Die Wandlisenen unterscheiden sich von den eigentlichen Pilastern durch das Fehlen des Kapitäls.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 109Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei