Lissa (poln. Leszno), Stadt im Kreise Fraustadt des preuß. Regierungsbezirks Posen, unweit der schles. Grenze, Station der Linien Breslau-Posen und L.⸗Glogau-Hansdorf der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amts⸗ und Landgerichts, eines Hauptsteueramts und einer Reichsbanknebenstelle und zählt (1880) 11 758 meist prot. E. Die Stadt besitzt zwei prot. und eine kath. Kirche, eine Synagoge, ein Gymnasium und eine Präparandenanstalt, hat Fabriken für Maschinen, Sprit, Liqueure und Cigarren, Kürschnerei, Gerberei etc. und Handel mit Getreide. — L. ist Stammort der Grafen von Leszezynski. Nachdem viele von den im 16. Jahrh. vom Kaiser Ferdinand I. vertriebenen Böhmischen Brüdern bei der Familie Leszezynski Schutz gefunden und sich in dem Gute derselben, Lesczynko, niedergelassen hatten, wurde dieses um 1547 mit dem Namen L. zur Stadt erhoben. Während des Dreißigjährigen Kriegs fanden sich zu L. viele neue böhm. und schles. Flüchtlinge ein, und nunmehr ward der Ort der Hauptsitz der böhm. Brüdergemeinden in Polen und einer der Haupthandelsplätze Polens. Hier hatten die Böhmischen Brüder ihre berühmteste Schule, an der Comenius (J. d.) eine Zeit lang Rektor war, ihr Seminar, ihre Druckerei und ihr Archiv; auch war L. der Sitz der Senioren. Später mannigfachen Bedrückungen, besonders von seiten der Jesuiten, ausgesetzt, traten die Einwohner von L. während des poln.⸗ schwed. Kriegs auf die Seite Karls X. Gustav. Bei dem Rückzuge desselben wurde 1656 die ganze Stadt von den Polen eingeäschert; ebenso wurde sie von den Russen 1707 gänzlich verbrannt, weil sie auf der Seite ihres Wohlthäters, Stanislaw Lea gewesen war. issa, Pfarrdorf im Kreise Neumarkt des Regierungsbezirks Breslau in der preuß. Provinz Schlesien, an der Weistritz, Station der Linie Berlin-Breslau der Preußischen Staatsbahnen, zählt 1880) 1754 C. und hat ein Schloß der Grafen von Wylich und Lottum, in welchem am Abend des Schlachttags von Leuthen Friedrich d. Gr. mit den österr. Generalen zusammenkam.