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ErdkundeBrockhaus 1882

Brody, Handelsstadt im österr. Kronlande Galizien, Hauptort der gleichnamigen Bezirkshauptmannschaft muit Ansehlu der Galizischen Karl-Ludwigsbahn mit Anschluß der russ. Kiew-Brester Eisenbahn, unfern der russ. Grenze des Dumpigen Volhynien, in einer waldumgrenzten, sumpfigen Ebene, 90 km von Lemberg, ist der Sitz eines Bezirksgerichts, einer Rteumd irksdirektion, eines Hauptzoll-⸗, eines Post⸗ und Telegraphen⸗, eines Steueramts und einer Handels⸗ und Gewerbekammer. Die Stadt hat fünf Vorstädte, breite Straßen, meist steinerne, mit Blech eingedeckte Häuser, mehrere Marktplätze, wie den Ring⸗ oder Altmarkt, den Schloß⸗ und Neumarkt, ein altes Schloß mit Garten, das dem Grafen Mlodecki gehört, und drei Hauptkirchen, eine hübsche Synagoge, ein Oberrealgymnasium, eine höhere Mädchenschule, eine kath. und eine israel. Hauptschule, ein Armen⸗ und ein Krankenhaus und ein israel. Hospital. Sie zählt (1880) 20071 E., größtenteils Juden, im übrigen Polen und Ruthenen, und ist die erste Handelsstadt Galiziens. B. bildet im Verkehr den großen Tauschhof zwischen Osterreich-Ungarn und Rußland. Über 20 Großhandlungen und mehr als 200 kleinere Etablissements, fast nur in jüd. Händen, betreiben die großartigsten Geschäfte in Getreide, Pelzwerk, Borsten und Federn. B. war 1779 — 1879 Freihat der Hant ach der Aufhebung des Freihandels at der Handel mit England stark gelitten, auch der lattern von Rohprodukten mit Rußland hat in der etztern Zeit stark abgenommen. B. wurde 1584 von dem Wojwoden Stanislaus Zolkiewski gegründet; 1801, 1850, 1859 und 1867 verheerten den Ort große Feuersbrünste.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 567Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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