FeedJungbreslan
GeschichteBrockhaus 1882

Jungbreslan, soviel wie Inowrazlaw. IJung-Bunzlau (böhm. Mlada Boleslay), Hauptstadt der gleichnamigen Bezirkshauptmannschaft im Königreich Böhmen, am linken Ufer der Iser, hat (1880) 9681 E., fünf Kirchen, von denen eine früher den Böhmischen Brüdern gehörte, ein Piaristenkollegium, ein Staatsobergymnasium, eine Bürger⸗, eine Gewerbe⸗ und eine Ackerbauschule, und ein Schloß, das jetzt als Kaserne benutzt wird. Die Stadt ist der Sitz eines Bezirkshauptmanns, eines Bezirksgerichts, besitzt eine Schafwollwarenspinnerei und Färberei, zwei Kunstmühlen, ferner Stärke⸗, Seifen- und Spiritusfabriken und treibt einen regen Handel, begünstigt durch ihre vorteilhafte Lage an der Kreuzungsstelle der Linie Prag-Turnau der Böhmischen Nordbahn und der Linie Nimburg-J. der Osterreichischen Nordwestbahn. Ihre Gründung verdankt sie dem Herzog Boleslaw II. um 995. Im 16. Jahrh. war sie ein Hauptsitz der Böhmischen Brüder, welche hier eine der ersten böhm. Buchdruckereien gründeten. In den Hussitenkriegen und dem Dreißigjährigen Kriege wurde die Stadt (1640 und 1643) arg verwüstet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 922Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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