Lissa, die westlichste der an der dalmat. Küste liegenden österr. Inseln im Adriatischen Meere, ist 100 qkm groß, zählt (1880) 7871 C. und erzeugt vortrefflichen Wein und gutes ol. Hauptort ist der Marktflecken L. mit 4317 C. und einem stark befestigten Kriegshafen, der zu den besten und geräumigsten des Adriatischen Meers gehört. Ein anderer Hafenplatz der Insel ist Comisa, mit 3554 E., starkem Sardellenfang und Johannisbrotbau. Neuerdings ist die Insel besonders bekannt geworden durch die Seeschlacht, welche 1 7 20. Juli 1866 zwischen der österr. und der ital. Flotte stattfand. Schon 18. Juli hatte die ital. Flotte unter Admiral Persano mit ihren Panzerschiffen die Befestigungen von L. angegriffen, und die Beschießung wurde auch am folgenden Tage fortgesetzt. Am 20. Juli früh M. te sich Persano an, zu Comisa und Portoanico Truppen ans Land zu setzen und den Hafen von L. mit den Panzerschiffen zu nehmen, als die österr. Flotte unter Admiral Tegetthoff, von Fasana kommend, in Schlachtordnung gegen 10 Uhr morgens in Sicht kam. Persano stellte darauf die Operationen gegen L. ein und fuhr den Osterreichern entgegen. Diese hatten sieben, die Italiener zwölf Panzerschiffe. Die zweite Division Tegetthoffs bestand aus acht hölzernen Schraubenfregatten und Korvetten unter Führung des Linienschiffs Kaiser, die dritte aus acht Avisos und Kanonenbooten. Die Holzschiffe der Italiener waren an Zahl und Größe den Ssterreichern ungefähr gleich, sodaß Persanos Flotte dem Gegner um fünf Panzerschiffe überlegen war. Tegetthoff hatte das Panzerschiff Erzherzog Max, Persano die Panzerfregatte Re d'Italia als Flaggschiff gewählt. Letzterer begab sich jedoch kurz vor Beginn der Schlacht auf das Widderschiff Affondatore. Die ital. Kiellinie wurde beim ersten Angriffe vom österr. Panzergeschwader hinter dem dritten Schiffe geteilt, und beide Flotten gerieten durcheinander. Ein Teil der ital. Panzerschiffe, darunter das Admiralschiff, wendete sich gegen das Linienschiff Kaiser, dessen Lage sehr kritisch wurde. Das ital. Schiff Palestro geriet in Brand und flog auf. Tegetthoffs Flaggschiff rannte innerhalb einer halben Stunde drei feindliche Panzer an, beschädigte zwei stark und bohrte den Re d'Italia in den Grund. Binnen wenigen Minuten sank das stolze Schiff in die Tiefe, und von seiner 600 Mann starken Besatzung wurden nur wenige gerettet. „Hiermit hatte der für Osterreich siegreiche Kampf ein Ende, und beide Flotten zogen sich zurück, die ital. nach Ancona, die österr. nach L. und von dort, nach Beerdigung der Toten, nach Dend gl. «Die Operationen der österr. Marine während des Kriegs 1866v (Wien 1866); Der Kampf auf dem Adriatischen Meere 18665 (Wien 1869).