Giornico (deutsch Irnis), Flecken im Bezirk Leventina (Livinen) des schweiz. Kantons Tessin, liegt 404 m über dem Meere, 15 km nordwestlich von Biasca, 16 km südöstlich von Faido an der Gotthardstraße und ⸗Bahn zu beiden Seiten des Tieino und zählt (1880) 2171 meist kath. E., deren Haupterwerbsquellen die Seidenzucht, der Feld⸗ und Weinbau und die Alpenwirtschaft sind. Der Ort ist uralt und besitzt mehrere interessante Bauwerke, so einen fetigte starken Langobardenturm, die ehemals befestigte Kirche Sta.⸗Maria di Castello und die frühroman. Kirche San-Nicolo da Mira, angeblich auf einem heidnischen Tempel erbaut. Wie der Flecken, so trägt auch die Umgebung, eine üppige Landschaft mit Weinbergen, Obstgärten. Rastanienwäldern, Feigen⸗, Nuß⸗ und Maulbeerdäumen, von zahlreichen Bächen durchrauscht, die in prächtigen Fällen über die Thalwände herabürzen, durchaus ital. Gepräge. Bei G. schlugen 28. Dec. 1478 die Urner und Liviner ein weit über-d legenes mailändisches Heer.