Loccum, ehemals prot. Stift, im Kreise Nienburg der preuß. Provinz und Landdrostei Hannover, 5 km nordwestlich von Bad Rehburg, besteht aus dem Marktflecken Wiedensahl (872 E.) und drei Dörfern, Loccum (1791 E.), Münschehagen (1364 C.) und Winzlar (620 E.). In L., einer ehemaligen Cistercienserabtei, gegründet 1163 vom Grafen Wulbrand von Hallermund, protestantisch seit 1590, befindet sich eine schöne alte Klosterkirche (im Übergangsstile 1240—77 erbaut, 1854 restauriert), ein wertvolles Archiv mit vielen Originaldokumenten und ein luth. Predigerseminar, das Hospiz des Klosters L. mit guter Bibliothek. Der Abt von L., Prälat der hannov. Landeskirche, residiert in Hannover, ist zugleich Landschaftsrat und Präsident der kalenbergischen Landschaft, auch Mitglied des hannov. Landeskonsistoriums. Vgl. Schuster, Das Kloster L.» (Hannov. 1876); Weidemann, „Geschichte des Klosters L.v (herausgeg. von Köster, Gött. 1822); Hase, «Die mittelalterlichen Baudenkmale Niedersachsenso (Hannov. 1865).