FeedLobösitz
ErdkundeBrockhaus 1882

Lobösitz, Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Leitmeritz, am linken Ufer der Elbe und Station der Linien Wien-Prag-Bodenbach und L.⸗ Libochowitz der Osterreichisch-Ungarischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Bezirksgerichts, zählt (1880) 4273 E. und hat ein großes Schwarzenbergisches Schloß, Fabriken für Kaffeesurrogate, eine Brauerei, zwei Zuckerfabriken, eine Canditenfabrik, zwei große Ziegel⸗ und Kalkbrennereien. Geschichtlich ist die Stadt geworden durch die Schlacht bei Lobositz vom 1. Okt. 1756, im Siebenjährigen Kriege. Die Ssterreicher unter Browne wollten die bei Pirna eingeschlossenen Sachsen befreien, und Friedrich d. Gr. rückte ihnen entgegen, um dies zu verhindern. Bei L. trafen beide Armeen zusammen; die Ssterreicher, 70000 Mann stark, gegen 33300 Preußen. Die preuß. Kavallerie attackierte sogleich, brach durch, geriet aber in das Feuer der Infanterie und mußte umkehren. Dies wiederholte sich dreimal. Auf dem linken Flügel hatten die Preußen, was die Ssterreicher versäumt, den Loboschberg besetzt und verteidigten denselben gegen wiederholte Angriffe sechs Stunden lang. Endlich, da sie sich verschossen hatten, gingen zwei Regimenter unter dem Prinzen von Bevern dem Feinde mit dem Bajonett entgegen und warfen ihn nach L. zurück, in das sie mit ihm eindrangen. Der österr. Feldmarschall Browne trat hierauf den Rückzug an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 139Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6