Locle (Le), stadtartig gebauter Flecken, Hauptort des gleichnamigen Bezirks (140qkm, 17 398 E.) im schweiz. Kanton Neuenburg, liegt 921 m über dem Meere, 8 km südwestlich von Chaux de Fonds an der Bahnlinie Neuchätel-Morteau-Besangon, dicht bei der franz. Grenze in einem rauhen, engen Hochthal des Jura und zählt (1880) 10464 meist reform. E., deren Haupterwerbsquelle die Uhrmacherei mit ihren Nebengewerben ist. Der wohlhabende saubere Ort besitzt eine alte reformierte, eine neue katholische und eine deutsche Kirche, ein Rathaus, ein palastartiges 1870 eröffnetes Collége, eine Uhrmacherschule und mehrere andere Schulen, ein Spital, ein Greisenasyl, eine Anstalt für verwahrloste Mädchen und viele Fabriken. Die schönsten Punkte der sonst ziemlich einförmigen Umgebung sind der Engpaß Col des Roches mit dem Felsdurchbruch der Roche Fendue, zahlreichen Tunnels und vier unterirdischen, in der Thalspalte des Bied übereinander gebauten Mühlen, und der malerische von Fels und Wald umschlossene Lac de Brenets (10akm) mit dem Wasserfall Saut du Doubs. Schon zu Anfang des 14. Redeln gegründet, ist L. wahrscheinlich die älteste Ansiedelung in diesem unwirtlichen Teile des Jura; die Blüte des Ortes datiert aber erst von der Entwickung der Uhrenindustrie, welche hier 1680 durch den Schmied Daniel Jean Richard (1665— 1741) eingeführt wurde. L. ist die Heimat der Maler⸗ und Kupferstecherfamilie Girardet (s. d.), des Landschaftsmalers A. Calame (s. d.) und der erfinderischen Uhrmacher Perrelet, Favre, Houriet, Jürgensen etc., deren Präcisionsinstrumente den Weltruf der Uhrenfabrikation des Fleckens begründeten.