Lödz (spr. Ludsch, russ. Lods), Kreisstadt im russ.⸗poln. Gouvernement Piotrkow, etwa 120 km im SO. von Warschau, — eine höhere Gewerbeschule, eine Handelsbank, zwei evang. und zwei kath. Kirchen, eine russ. Kirche, eine Synagoge, ein poln., ein deutsches Theater und ist das Centrum der Textilindustrie Polens. L. war zu Anfang des 19. Jahrh. ein unbedeutender Ort; 1834 wurde das erste größere industrielle Etablissement, eine Wollspinnerei, errichtet. Seit der 19. Juni 1866 erfolgten Eröffnung eines Seitenstranges der Warschau-Wiener Eisenbahn (L.⸗Koluszki) hat sich L. so rapid vergrößert, daß die Einwohnerzahl 1882 bereits auf 49592 gestiegen war, wovon über die Hälfte Deutsche sind. Haupterwerbszweig ist die Fabrikation von Baumwollwaren, sodann von halbwollenen und baumwollenen Waren, Leinen- und Seidenstoffen, Bändern, Litzen u. s. w.