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ErdkundeBrockhaus 1882

Lorch, Flecken in der preuß. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Rheingau, 11 Km im NW. von Rüdesheim, an der Mündung der Wisper in den Rhein, Station der Linie Frankfurt a. M. Niederlahnstein der Preußischen Staatsbahnen, hat eine schöne alte Kirche aus dem 12. Jahrh. mit dem schönsten Geläute des Rheingaues, mehrern Denkmälern rheingauischer Adelsgeschlechter, einem aus dem 13. Jahrh. stammenden Altar und einem Taufstein aus dem 14. Jahrh.; ferner eine chem. Fabrik und (1880) 2097 meist kath. E., welche guten Wein bauen. Urkundlich schon 832 genannt, war der Ort im frühen Mittelalter eine wichtige Grenzfeste und später Sitz des rheingauischen Adels mit eigenem Land⸗ und Saalgericht. Gegenüber am rechten Ufer der Wisper ragen 185 m über den Rhein die Trümmer der Burg Nollicht oder Nollingen empor, und 6 km im NO. liegen im Sauerthal, welches in das schöne Wisperthal ausmündet, die ansehnlichen Ruinen der 1689 von den Fete Oar gesprengten, einst starken Sickingenschen Feste Sauerburg.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 178Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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