Lorch (Laureacum), schön gelegene Stadt im Oberamte Welzheim des württemb. Jagstkreises, 7, km von Gmünd, an der Rems und der Linie Stuttgart-Nördlingen der Württemberg. Staatsbahnen, ist Sitz eines Kameral⸗ und Revieramts und hat (1880) 2323 meist prot. E. Der Ort war, wie noch Überreste zeigen, eine röm. Militärstation, an welcher der Grenzwall (Pfahlgraben, limes transrhenanus) gegen den Hohenstaufen hinlief. Er gehörte zu den ersten Besitzungen der Hohenstaufen und kam 1251 an Württemberg. Nordöstlich liegt auf dem sog. Liebfrauenberg, einem schön geformten Vorhügel der rechten Remsthalgehänge, das ehemals berühmte Benediktinerkloster Lorch, welches von Herzog Friedrich von Hohenstaufen 1102 gestiftet, 1525 bis auf die Kirche und einen Turm von den Bauern zerstört, 1531 —57 aber wiederhergestellt wurde. Die schöne, ursprünglich im roman. Stil erbaute, in neuester Zeit ausgebesserte Kirche war die Begräbnisstätte des hohenstaufischen Hauses und bewahrt die irdischen Reste von 21 Gliedern desselben, darunter die des Stifters, seiner Gemahlin Agnes und der nächsten Angehörigen. In L. verlebte Schiller einige für seine Entwickelung wichtige Jugendjahre. In neuester Zeit kommt L. als Luftkurort in Aufnahme.