FeedLorinser (Karl Ignaz)
HeilkundeBrockhaus 1882

Lorinser (Karl Ignaz), ein besonders durch seine Arbeiten über die epidemischen Krankheiten bekannter Arzt, geb. 24. Juli 1796 zu Niemes im böhm. Mittelgebirge, studierte in Prag und Berlin und erhielt 1818 die Stelle eines Repetenten an der Tierarzneischule zu Berlin. Bald darauf habilitierte sich an der Universität daselbst, wurde 1822 Mitglied des Medizinalkollegiums in Stettin, 1824 in Oppeln. Seit 1841 Geh. Medizinalrat, nahm er 1850 seine Entlassung aus dem Staatsdienst. Er starb 2. Okt. 1853 zu Patschkau in Schlesien. L.s Hauptwerke sind die «Untersuchungen über die Rinderpestv (Berl. 1831) und «Die Pest des Orients⸗ (Berl. 1837). Großes Aufsehen erregte 1831 eine Abhandlung Les über die Cholera in den 4Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik', welche die Aufhebung des Militärkordons zur Folge hatte. Ebenso veranlaßte seine kleine Schrift Zum Schutze der Gesundheit auf Schulen» (Berl. 1836, wieder abgedruckt 1861) den sog. Lorinserschen Schulstreit und die Wiedereinführung von Turnanstalten auf preuß. Gymnasien. L.s Selbstbiographie (Regensb. 1864) gab sein Sohn Franz L. heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 180Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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