FeedLothian
ErdkundeBrockhaus 1882

Lothian, die durch ihre Fruchtbarkeit berühmte Landschaft Schottlands südlich längs des Firth of Forth und nördlich von den Pentland⸗, Moorfoot- und Lammermuir-Hills. Sie wird in die drei Grafschaften Ost⸗, West⸗ und Mittel-L. (Mid-L.), oder Haddington-⸗Linlithgow-undEdinburghshiregeteilt. Lothringen (frz. Lorraine), ehemals ein deutsches Herzogtum, jetzt den Bezirk Lothringen (s. d.) des deutschen Reichslandes Elsaß-L. und die franz. Depart. Meurthe⸗-Moselle, Maas und Vogesen bildend. Seine selbständige Geschichte beginnt mit dem Karolinger Lothar II. (s. d.), der 855 in der Teilung mit seinen Brüdern Karl und Ludwig (s. Karolinger) die Länder zwischen Schelde, Rhein, Maas und Saöne erhielt, welche nach ihm das Lotharingische Reich (Lotharii regnum) genannt, aber nach seinem Tode sogleich im Vertrag zu Meersen 9. Aug. 870 zwischen Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen geteilt wurden. Nachdem L. trotzdem fortgesetzt der Zankapfel des karolingischen Geschlechts gewesen und mehrmals zu Frankreich geschlagen worden, blieb es seit Heinrich I. dem Hauptteile nach ein deutsches Herzogtum. Nach der Empörung seines Schwiegersohns Konrad des Roten gab Otto I. es 953 seinem Bruder, dem Erzbischof Bruno von Köln, welcher 959 unter seiner Aufsicht besondere Herzöge von Oberlothringen oder Mosellanien und Niederlothringen oder Ripuarien einsetzte. Diese Einteilung blieb von da an, während die Bistümer unmittelbar vom König abhingen. Niederlothringen zersplitterte sich im Laufe der Jahrhunderte an verschiedene Dynastien, von welchen außer den Grafen von Löwen, welche sich vorzugsweise Herzöge von (Nieder⸗)Lothringen oder auch seit Anfang des 13. Jahrh. nach dem Hauptteile ihres Landes Herzöge von Brabant (s. d.) nannten, auch die von Limburg den Herzogstitel führten. Brabant fiel nach Philipps I. Tode, der 1429 ohne Erben starb, an Burgund (s. d.). Die Nachkommen des von Brund eingesetzten Herzogs Friedrich von Oberlothringen starben 1033 aus, und der Kaiser verlieh hierauf das Land an den Herzog Gozelo von Niederlothringen, dann an dessen Sohn Gottfried den Bärtigen und nach dessen Absetzung 1046 einem Grafen im Elsenz= gau Albrecht, dem 1048 sein Bruder Gerhard folgte. Letzterer wird als der Stammvater der ganzen lothring. Dynastie betrachtet. Der letzte unmittelbare Sprößling seines Geschlechts, Karl II., starb 1431 als Connétable von Frankreich und hinterließ eine Tochter Isabella, die mit Renatus von Anjou, dem Titularkönig von Neapel, vermählt war. Wiewohl ein Neffe Karls II., Anton Graf von Vaudemont, die weibliche Nachfolge streitig machte, verlieh doch der Kaiser Sigismund das Herzogtum an die Nachkommenschaft Isabellas und Anton wurde endlich zufrieden gestellt, indem sein Sohn Friedrich die Tochter Isabellas und Anjous, Jolantha, heiratete. Anjou n. 1480) überlebte noch seinen und Isabellas Sohn, den Herzog Johann II. (gest. 1470), auch dessen Sohn Nikolaus, mit welchem 1473 das Geschlecht Anjou erlosch. Oberlothringen kam nun an die eigentliche Dynastie, an Renatus II., den Sohn Friedrichs von Vaudemont und Jolanthas, zurück, der darum als der Stifter des neuern lothring. Geschlechts angesehen wird. Unter ihm wurde das Land von Karl dem Kühnen von Burgund schrecklich verheert und Nancy 1475 erobert. Renatus mußte nach Lyon entfliehen, verband sich aber von dort aus mit den Schweizern, eroberte sein Land wieder und schlug 1477 Karl den Kühnen vor Nancy, wo derselbe blieb. Während auf Renatus dessen ältester Sohn, Anton der Gute 1508 in Oberlothringen folgte, stiftete der jüngste, Claudius, in Frankreich eine ausgebreitete Nebenlinie, zu welcher die Herzöge von Guise, von Aumale, Elboeuf und Harceurt gehörten und die 1751 mit dem Prinzen Lambese erlosch. Der Herzog Anton suchte die Ausbreitung der Reformation auf die drei Bistümer einzuschränken und vernichtete bei Zabern das große Bauernheer, das vom Elsaß ins Land drang. Ihm folgte 1544 sein Sohn Franz I., der schon 1545 das Land seinem zweijährigen Sohne, Karl III., hinterließ. Während des letztern Minderjährigkeit riß Heinrich II. von Frankreich die Bistümer Metz, Toul und Verdun an sich. Der Sohn Karls III., Heinrich II., folgte dem Vater 1608. Derselbe vermählte seine Tochter Nicola mit seinem Neffen, der ihm 1624 in der Regierung als Karl IV. folgte. Unter diesem schwachen Fürsten wurde das Land von den Franzosen furchtbar heimgesucht. Weil Karl IV. den Herzog Gaston von Orléans, den Bruder König Ludwigs XIII., unterstützte, eroberte der Kardinal Richelieu 1634 Oberlothringen, gab es zwar zurück, vertrieb aber 1642 den Herzog nochmals. Karl bekam sein Land durch den Pyrenäischen Frieden 1659 zurück, wurde 1669 wieder verjagt und starb 1675; Frankreich aber behielt das Land. Sein Sohn Karl Heinrich wurde, als aus einer vom Papste ungültig erklärten . entsprossen, von der Nachfolge ausgeschlossen; sein Neffe und Erbe Karl V., wurde als kaiserl. General durch seine Thaten gegen die Türken berühmt. Erst im Frieden zu Ryswijk 1697 erhielt Karls V. ältester ohn, Leopold Joseph, das Land wieder zurück; doch mußte er die Festungswerke von Nancy und Bitsch schleifen und andere drückende Bedingungen eingehen. Ihn beerbte 1729 sein Sohn Franz Stephan IV., dessen Mutter, Charlotte von Orléans, die Bevölkerung als Vormünderin hart bedrückte. Im poln. Erbfolgekrieg nahm Frankrei 1733 das Land nochmals in Beschlag und behick es mit dem Herzogtum Bar, doch mit Ausnahme der Grafschaft Falkenstein, zufolge des Wiener Friedens von 1735 einstweilen für den König Stanislaus von Polen, der seine Regierung 1737 antrat. Franz Stephan aber, der sich mit der Erzherzogin Maria Theresia vermählte, erhielt zur Entschädigung das Großherzogtum Toscana, wurde 1745 röm. Kaiser und ist der Ahnherr des jetzt in Osterreich regierenden Kaiserhauses. Nach Stanislaus' Tode, 22. Febr. 1766, wurde Oberlothringen Frankreich einverleibt. Doch war den Großen Sitz und Stimme auf den deutschen Reichs- und Kreistagen vorbehalten, welches Verhältnis erst der Friede zu Lunéville 1801 aufhob. Im Frankfurter Frieden 1871 wurde Deutschlothringen mit Metz wieder an Deutschland abgetreten. Vgl. Digot, «Histoire de Lorraine v (6 Bde., Nancy 1856); d'Haussonville, «Histoire de la réunion de la Lorraine à la Francen (2. Aufl., 4 Bde., Par. 1860); Hutzelmann, «Angriffe Frankreichs auf Elsaß und L. (Nürnb. 1872); Jacquet, «Histoire de Lorraine depuis les premiers dues jusqu'au blocus de Metz (Metz 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 188Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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