Ludwig der Deutsche, der Sohn Ludwigs des Frommen (s. d.), geb. um 804, ů der Deutschen 843876, der Gründer eines selbständigen Deutschen Reichs, erhielt in der ersten Unien aun Vaters 817 Bayern und die nach Osten hin angrenzenden Länder, sah sich aber in den beiden neuen, zu Gunsten des spät geborenen Karl des Kahlen (s. d.) gemachten Teilungen, 823 und 838, so zurückgesetzt, daß er dem langwierigen, immer wieder sich erneuernden Kriege seiner Brüder Lothar und Pipin gegen den Vater sich anschloß. Sogleich nach des Vaters Tode (840) begann unter den Brüdern ein mehrjähriger Streit über das Erbe, welches Lothar I. (s. d.) gern allein sich zugeeignet hätte. Aber L. und Karl vereinigten sich gegen denselben, schlugen ihn in der Schlacht bei Fontenai 841 und nötigten ihn, nachdem L. vorher noch die von Lothar zur Empörung gereizten Sachsen wieder unterworfen hatte, 843 zum Teilungsvertrag zu Verdun (s.d.), durch welchen L., abgesehen von Friesland, Deutschland östlich vom Rhein und Aar und überdies Mainz, Speier und Worms als künftiges Besitztum zuerkannt wurden. Viel machten ihm die Einfälle der Normänner zu schaffen, die, jährlich im Rhein- und Frieslande sich wiederholend, nach der Ein-d äscherung Hamburgs ihn endlich zwangen, 858 das Erzbistum Hamburg mit dem Bistum Bremen zu2 vereinigen. Auf die Einladung einer mit Karl dem Kahlen unzufriedenen Partei brach er 858 von Worms auf und setzte sich in den Besitz Frankreichs.d Aberzdie Großen, durch seine kräftige Regierungs⸗( weise geschreckt, und das Volk, durch die deutschen Besatzungen bedrückt, fingen an, wieder zu Karl,2 der indes Anhänger in Burgundien gesammelt hatte, f sich zu neigen, und L. sah sich genötigt, Frankreich l zu räumen. Einen Aufruhr seines Sohnes Karl-2 mann 862 dämpfte er bald. Neue Kämpfe mit Karl begannen, als Lothar II. von Lothringen gestorben war, um das Erbe des letztern; im Vertrage — Meersen 9. Aug. 870 einigte man sich über eine eilung. Dagegen betrog ihn Karl nach Ludwigs II. d.) Tode 875 durch listige Ränke um die Kaiserrone, für welche L. der Nächstberechtigte war. Als er sich gegen Karl rüstete, starb er 28. Aug. 876 zu Frankfurt; in Lorsch wurde er begraben. Vgl. Dümmler, Geschichte des Ostfränkischen Reichsp. (Bd. 1: 4L. der Deutschey, Berl. 1862).