FeedLöwe (Joh. Karl Gottfr.)
MusikBrockhaus 1882

Löwe (Joh. Karl Gottfr.), namhafter Komponist, geb. 30. Nov. 1796 zu Löbejün unweit Halle, besuchte das Gymnasium des Waisenhauses und die Universität zu Halle und hielt sich 1819 20 in Dresden auf, wo er K.M. von Webers Freundschaft gewann. Ende 1820 ging L. nach Stettin als Kantor an St. Jakob und Lehrer der Tonkunst am Gymnasium, und im folgenden Jahre erfolgte seine Besene Sten zum Musikdirektor. Im J. 1866 legte er seine Stellung nieder, siedelte nach Kiel über und starb daselbst 20. April 1869. Als Vokalkomponist nimmt L. eine bedeutende, als deutscher Balladenkomponist die erste Stelle ein. Viele seiner Balladen und Lieder sind weit verbreitet, manche fast volkstümlich geworden. Gegen 125 Werke sind von ihm erschienen. Seine Gesänge für eine Stimme werden seinen Namen am längsten erhalten; seine Oratorien (Die Zerstörung von Jerusalemo, «Die Siebenschläfero, Die eherne Schlanger, «Gutenbergo, Johann Hußo, Die festlichen Zeiten u. a.) bieten zwar ebenfalls Züge eines originellen Geistes, lassen aber den wahren großen Stil vermissen, der diesem Fache gebührt. Noch weniger glücklich war L. in seinen Opernversuchen. Vgl. Bitter, „Karl L.s Selbstbiographies (Berl. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 198Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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