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MusikBrockhaus 1882

Löwe, deutsche Schauspielerfamilie: Johann Karl L., geb. 1731 zu Dresden, kam 1746 zur Bühne, spielte bei seinem Auftreten alle ersten Rollen, wurde aber später ein vortrefflicher Darsteller komischer Partien. Seine Frau Katha. rina Magdalena Ling (geb. 1745 zu Dresden glänzte als Soubrette. Beide wurden unter Enge in Berlin angestellt. L. starb 1807. Friedrich August Leopold L., des voriger Sohn, geb. zu Schwedt 1767, war Direktor einer herumziehenden Gesellschaft. Derselbe sang di ersten Tenorpartien, komponierte Lieder und ein. Operette: Die Insel der Verführungo, die großen Beifall fand, und starb in Lübeck 1816. Sein Sohn Ferdinand L., geb. 1787 zu Mansfeld, gest. zu Wien 13. Mai 1832, wirkte zuerst bei der Truppe seines Vaters in komischen Partien. Im J. 1810 ging er zu Magdeburg in das Fach der Liebhaber und Helden über, in welchem er bis zu seinem Tode als einer der ersten glänzte. Seine eigentliche Sphäre war das höhere Trauerspiel. Außer in Magdeburg wirkte er in Braunschweig, Düsseldorf, Kassel, Leipzig, Mannheim, Frankfurt a. M. Johanna Sophie L., die Tochter des vorigen, geb. zu Oldenburg 24. März 1815, begann in Mannheim und Frankfurt ihre Anlagen zu entfalten und bildete sich dann unter Cicemarra in Wien zu einer vorzüglichen Sängerin aus. Im J. 1832 trat sie im Theater des Kärntnerthors auf. Nach sechs Jahren kam sie nach Berlin, wo sie bald als Künstlerin erster Größe glänzte. Mit vollendeter Gesangskunst und fein nuanciertem, geistreichem Spiel sang sie die Prinzessin von Navarra, Susanna im «Figarov und ähnliche Partien. Im J. 1840 ging sie nach Paris und London, hierauf nach Italien, 1845 wieder nach Berlin und vermählte sich 1848 mit dem österr. Feldmarschalllieutenant Fürsten Friedrich von Liechtenstein. Sie starb 29. Nov. 1866 in Pest. Feodor Franz Ludwig L., Bruder der vorigen, geb. 5. Juli 1816 zu Kassel, debütierte in Mannheim spielte darauf in Hamburg und Frankfurt a. M., wurde 1841 Schauspieler und Regisseur am Hoftheater zu Stuttgart. Als Leicester in „(Maria Stuarto, Posa, Faust, Tasso und vor allem Hamlet zeigte er sich als tüchtigen Künstler. Im Konversationsstück sind es die tiefer angelegten Charaktere, sowohl im Ernst als Humor, die ihm besonders gelingen. Auch durch ⸗Gedichter (Stuttg. 1854; 2. Aufl. 1860), Reue Gedichter (Stuttg. 1875) und maurerische Dichtungen Den Brüderno (Opz. 1874) erwarb er sich einen Namen. Julie Sophie L., die Tante der vorigen, geb. 1786 zu Dresden, spielte bis 1809 in Petersburg und war seit 1813 eine Zierde des wiener Hofburgtheaters. Besonders glänzte sie im höhern Lustspiel und Konversationsstück. Sie starb 11. Sept. 1852 zu Wien, seit 1842 der Bühne fern. Johann Daniel Ludwig L., Bruder der letztgenannten, geb. zu Rinteln 29. Jan. 1795, kam 1808 zur Bühne, spielte seit 1811 zu Prag, seit 1821 zu Kassel und erhielt 1826 ein Engagement am Hofburgtheater in Wien, wo er auch 1838 die Stelle eines Regisseurs des Schauspiels übernahm und zu den Zierden dieser Bühne gehörte. In seiner Darstellungsweise hielt er sich in den maßvollen Grenzen einer frühern Schule, in großen Momenten aber, wo seine Genialität durchbrach, entfaltete er Feuer und Kraft. Hamlet, Macbeth und ähnliche Rollen waren Meisterstücke seiner Kunst. Auch im Lustspiel glänzte er durch feinen, ungezwungenen Ton. Er starb in Wien 7. März 1871. Seine Tochter, Anna L., geb. 1821 zu Kassel, zeichnete sich ebenfalls aus, besonders im Lustspiel. Später heiratete sie den Grafen Potocki.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 198Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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