Löwe (Felis Leo), die größte Art der Katzen, welche einst viel weiter verbreitet war, selbst in Griechenland vorkam, jetzt aber nur noch von der Sahara bis zum Kap und in einigen Gegenden Arabiens und Indiens einheimisch ist. Der L. wird bis 2,55 mlang, 1 m hoch, hat ein breites Gesicht, platte Stirn, runde Augensterne, einen 1½2 m langen Schwanz mit Endquaste und eine ungeflecktbraungelbe Färbung; das Männchen ist mit großer Mähne versehen. Von den Spielarten kann man fünf bestimmter unterscheiden: 1) der L. vom Senegal, mittelgroß, lebhaft-gelb mit gleichfarbiger, unten sehr lichter Mähne; 2) der L. aus der Berberei J. Tafel: Katzen I, Fig. 1), der größte unter allen, dunkelbraungelb, mit sehr langer, dichter und dunkler Mähne; 3) der L. vom Kap der Guten Hoffnung und Abessinien, sehr groß mit dunkler Mähne; 4) der asiatische oder persische L., hell isabell⸗ oder rehfarbig, mit nicht sehr dichter, aber aus langen dunkelbraunen Haaren bestehender Mähne; 5) der L. von Guzerate oder sog. mähnenlose L., der schon von Plinius erwähnt wird, von ziemlich niedriger Statur, mit etwas kurzem, aber an der Spitze stark buschigem Schwanze und sehr kurzer und dünner, aus gekrümmten Haaren bestehender Mähne. Viel hat man von dem bei allen Varietäten vorkommenden sog. Schwanzstachel gefabelt, der aber nur ein kurzer, leicht abfallender, nagelartiger Anhang der Schwanzspitze ist. Der L. geht nur nachts auf Raub aus, überfällt seine Beute im Sprunge und kämpft mit großer Unerschrockenheit gegen angreifende Feinde. Felsige Gegenden sind sein Lieblingsaufenthalt. Er läßt sich leicht zähmen und wird, gut gehalten, in Menagerien bis 70 J. alt. Über seine Lebensart und Gewohnheiten haben besonders die