Ludwig (Otto), namhafter deutscher Dichter, geb. 11. Febr. 1813 zu Eisfeld im Meiningischen, zeigte frühzeitig Neigung für Musik und erhielt durch den Herzog von Meiningen die Mittel, sich in Leipzig unter Mendelssohn-Bartholdy künstlerisch zu bilden. Krankheit nötigte ihn jedoch, der Tonkunst zu entsagen. L. widmete sich hierauf erst in seiner Heimat, dann zu Meißen, seit 1855 zu Dresden, wo er sich niederließ, poetischen Arbeiten und ästhetischen Studien, besonders über Shakspeare. Nach einem fast lebenslänglichen Siechtum starb er 25. Febr. 1865 zu Dresden. Seinen Ruf als Dichter begründete L. mit den beiden Trauerspielen «Der Erbförster (Lpz. 1853) und Die Makkabäer » (Lpz. 1854), die namentlich auf dem wiener Hofburgtheater vielen Beifall fanden und sich auf dem Repertoire erhielten. Hierzu kamen in den folgenden Jahren die Erzählungen (Zwischen Himmel und Erdey (Frankf. 1856; 5.Aufl., Berl. 1881) und «Die Heiterethei und ihr Widerspielo (Frankf. 1857; 3. Aufl., Berl. 1874), eine thüringer Dorfgeschichte. Nach L.s Tode gab Heydrich seine KShakspeare-Studieno (Lpz. 1871) und seinen Nachlaß (Bd. 1, 4«Skizzen und Fragmentes, Lpz. 1873) heraus. L.s gesammelte Werke erschienen in vier Bänden (Berl. 1870; neue Ausg. 1883). Als Dramatiker gehört L. der Richtung Hebbels an. Er neigt zum Großen und Wilden und hat namentlich im „Erbförstero ein Familiengemälde geschaffen, in welchem das Behagen der Ifflandschen Idylle einer grellen und erschütternden Tragik weicht. Die Charakteristik in beiden Dramen ist markig und scharf, mit Hinneigung zum Paradoxen, die Sprache von kräftiger, oft grandioser Bildlichkeit, doch ohne Anmut und Schönheit. Von seinen Erzählungen bekundet Zwischen Himmel und Erdey eine große Gewalt der Phantasie. Vgl. Gottschall, «Porträts und Studiendo (Bd. 5, Lpz. 1876).