Loxodromische Linie (vom grch. hosse, schief, und dosuoe, der Lauf, d. i. Linie des schiefen Laufs) nennt man eine auf einer Kugelfläche oder auf der Oberfläche eines elliptischen Sphäroids gezogene Kurve von doppelter Krümmung, welche die Eigenschaft hat, daß sie alle aus einem Pol gezogenen größten Kreise (Meridiane) unter demselben Winkel schneidet. Ein Schiff, welches nach demselben Strich des Kompasses läuft, bildet mit den folgenden Meridianen Winkel von unveränderlicher Größe, und läuft demnach auf einer loxodromischen Linie, in unzähligen Windungen den Pol umkreisend und ihm sich nähernd. Auf den nach Mercators Projektion gezeichneten Landkarten (Seekarten) ist das Bild des Aquators eine gerade Linie, die Bilder der Meridiane sind parallele Geraden normal zu dem Bild des Aquators; also sind auch die Bilder loxodromischer Linien gerade Linien.