Lullus (Raimundus), Scholastiker und Alchimist, geb. in Palma auf der Insel Mallorca 1234, widmete sich zunächst dem Kriegshandwerk, ergab sich aber später der Ascese und bereitete sich zum Missionar vor. Gleichzeitig scheint er seine Kgroße Kunsto, wie er sie selbst nannte, erfunden zu haben, welche ihm angeblich eine himmlische Erscheinung niederzuschreiben und bekannt zu machen befahl. Er reiste nun nach Rom, Paris und wieder nach Italien, um sein Reformationswerk zu fördern, und von da nach Asien und Afrika. Später ging er noch zweimal nach Afrika und starb an den Folgen der dort erlittenen Mißhandlungen auf seiner MRückfahrt 30. Juni 1315. Einen großen Teil der zahlreichen Schriften L. hat Salzinger (4Opera omniap, 10 Bde., Mainz 1721—42) herausgegeben. Die Ars magna Lulli oder Lullische Kunst, welche später von Bruno (s. d.) wieder bearbeitet wurde, ist ein Versuch zu schematischer Anordnung der Begriffe zum Behuf einer übersichtlichen Erkenntnis und einer sichern Beweisführung. L. hat auch Gedichte in catalanischer Sprache hinterlassen, die Rosello (4Obras rimadaso, Palma 1859) verßöffentlichte. Vgl. Helfferich, «Raymundo L. und die Anfänge der catalanischen Litteraturo (Berl. 1858); F. de Paula Canalezas, Las doctrinas del Doctor Raimundo Lullos (Madr. 1870).