Lungenbrand oder Lungengangrän (Gangraena pulmonum), das brandige Absterben einzelner Lungenpartien, wobei sich das Lungengewebe in einen schwärzlich-grünen, übelriechenden Brandschorf oder in eine mißfarbige stinkende, breiartige oder jauchige Masse umwandelt, entsteht am häufigsten im Verlaufe der Lungenentzündung, namentlich bei sehr geschwächten und herabgekommenen Personen, bei Greisen, Säufern und Skorbutkranken und gibt sich durch Fieber, große Hinfälligkeit, verfallenes Aussehen und einen oft unerträglichen aashaften Geruch der ausgeatmeten Luft und des Auswurfs zu erkennen. Wenn der L. einen ganzen Lungenlappen befällt, so erfolgt in der Regel unter typhusähnlichen Symptomen der Tod; nur bei einer geringern Ausdehnung der Gangrän kann Genesung erfolgen, indem der Brandschorf sich allmählich durch Erweichung löst, durch die Bronchien unter Husten nach außen entleert wird und eine schrumpfende narbige Höhle zurückbleibt. Die Behandlung erfordert nahrhafte, kräftige Kost, reine Luft, gesunde Wohnung und häufig wiederholte Einatmungen von zerstäubter Carbolsäurelösung.