FeedLungenatelektase (grch.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Lungenatelektase (grch.), derjenige krankhafte Zustand der Lungen, bei welchem in einem größern oder kleinern Lungenabschnitt die Lungenbläschen zusammengefallen und luftleer sind und daher die Lunge verdichtet ist, kommt entweder angeboren oder erworben vor. Die angeborene Lungenatelektase besteht in einer Fortdauer des Fötalzustandes der Lungen und findet sich bei solchen Neugeborenen, die infolge von schwerer Geburt, Schwäche oder Verstopfung der Luftröhre mit Schleim nur ungenügend atmen; wird das Kind durch Reinigen der Mund- und Nasenhöhle, durch Bespritzen mit kaltem Wasser, durch Schwenken des Körpers u. dgl. zum kräftigen Einatmen veranlaßt, so wird gewöhnlich die Atelektase bald beseitigt. Die erworbene Lungenatelektase entsteht am häufigsten durch den Druck von pleuritischen Exsudaten, Geschwülsten der Brusthöhle, der Wirbelsäule u. dgl. auf die Lunge, wodurch die letztere allmählich blutleer, blaßgrau, lederartig zähe und für ihre physiol. Funktionen unfähig wird (sog. Kongestionsatelektase). Die letztere Form der L. ist immer ein bedenklicher Zustand; die Behandlung muß durchaus gegen das Grundleiden gerichtet sein.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 255Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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