Fabier (Fabii) ist der Name der Mitglieder eines der ältesten und vornehmsten patricischen Geschlechter Roms, der gens Fabia. Von ihm führt die eine der beiden uralten sozialen Genossenschaften der Luperci, die der Fabiani, welche wahrscheinlich aus der Fabischen Gens hervorgegangen ist, ihren Namen, und der Vorname Käso, der den Fabiern und einem andern, wahrscheinlich mit der zweiten Luperkengenossenschaft verbundenen Geschlecht eigentümlich war, erklärt sich aus einem der este der Lupercalien (s. d.) ausübten, wo sie ihnen begegnende Frauen mit Ruten hieben. Schon in den frühesten Zeiten der Republik waren die F. sehr mächtig. Drei Brüder bekleideten damals sieben Jahre hintereinander abwechselnd die eine Stelle im Konsulat: Quintus Fabius Vibulanus 485 und 482 v. Chr., Käso Fabius Vibulanus 484, 481 und 479 v. Chr., Marcus Fabius Vibulanus 483 und 480 v. Chr. Bald nachher traf aber das Geschlecht eine Katastrophe. Nach der Sage erhielten die F., die damals 306 Kampffähige ählten, 479 v. Chr. die Erlaubnis, von einem Kastel aus, das sie an der Cremera mit ihren vier- oder fünftausend Clienten und Knechten erbauten, die Raubzüge der Vejenter abzuwehren. Sie hatten eine Zeit lang Erfolg, dann aber sollen sie, in einen interhalt verlockt, 477 v. Chr. alle umgekommen in, ja die Sage erzählte, nur durch einen einzigen Rom zurückgebliebenen Knaben sei das Geschlecht er F. erhalten worden, aus 1 Zweigen noch jele bedeutende Feldherren und Staatsmänner ervorgingen. — Quintus Fabius Vibulaus, nach den röm. Annalisten eben dieser Knabe, Har Konsul 467 und 465 v. Chr., wurde im J. 50 Decemvir und als — mit den andern Deemvirn verbannt. Seine Söhne waren nach der iberlieferung Marcus Fabius Vibulanus, ronsul 442 v. Chr., Tribun mit konsularischer Gevalt 433 v. Chr., Quintus Fabius Vibulaus, Konsul 423, Tribun mit konsularischer Gevalt 416 und 414 v. Chr., und Numerius Fazins Vibulanus, Konsul 421, Tribun mit konularischer Gewalt 415 und 407. Des erstgenannen Marcus Söhne, Quintus Fabius Am-Hustus, Konsul 412 v. Chr., Numerius Faohius Ambustus, Tribun mit konsularischer Gewalt 406, und Käso Fabius Ambustus, Konulartribun 404, 401 und 395 v. Chr., sollen nach den meisten röm. Historikern 391 v. Chr. nach Clusium als Gesandte zu den die Stadt belagernden Kelten geschickt worden sein und von diesen abgewiesen, im Heere der Etrusker gegen sie gekämpft haben. Als hierauf die Kelten ihre Auslieferung verlangten, soll diesem Verlangen nicht ents prochen, die beiden F. vielmehr für 390 zu Konsulartribunen gewählt worden sein. Als solche gehörten sie zu den sechs Anführern, unter denen die Römer in demselben Jahre die schwere Niederlage an der Allia erlitten. Nach Vertreibung der Gallier soll Quintus als der Hauptschuldige an jener Niederlage angeklagt und nur durch henen vielleicht freiwilligen Tod der Verurteilung entgangen sein. — Ein anderer F., Gajus Fabius Dorso oder Dorsuo, soll während der Besetzung Roms durch die Gallier vom Kapitol herab in die Stadt gegangen sein, um ein an jenem Tage herkömmliches Opfer auf dem Quirinal darzubringen, und die Kelten sollen dies, ohne sich an ihm zu vergreifen, zugelassen haben. Der Sohn von Numerius Fabius Ambustus, Marcus Fabius Ambustus, besiegte als Konsul 360 v. Chr. die Herniker, 356 trug er, zum zweiten mal Konsul, über die Faliscer und Tarquinier einen Sieg davon, 351 zum dritten mal Konsul, warf er die Tiburtiner nieder: 351 wurde er Diktator. — Sein Vetter Marcus Fabius Am bustus, Sohn des Käso Fabius Ambustus, soll 36 v. Chr. den Licinius Stolo bei seinen Anträgen zi Gunsten der Plebejer unterstützt haben. — Gajus