Lupine, Feigbohne oder Wolfsbohne (Lupinus) ist der Name einer zur Familie der Schmetterlingsblütler gehörenden Pflanzengattung, die sich durch gefingerte Blätter, große in gebüschelten oder quirligen, gedrungenen Trauben stehende Blüten, durch einen zweilippigen Kelch, zehn einbrüderige Staubgefäße und das geschnäbelte Schiffchen der Schmetterlingsblume auszeichnet. Ihre Arten, einjährige oder perennierende Kräuter, sind namentlich im Gebiete des Mittelländischen Meers und in der gemäßigten und warmen Zone Nordamerikas zu Hause. In Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien werden am meisten angebaut: die gelbe L. (L. luteus), die blaue oder schmalblätterige L. (L. angustifolius), die weiße L. (I. albus) und die rote oder rauchhaarige L. (L. hirsutus). Da die L. vermöge ihrer reichen Bewurzelung und ihres kräftigen Assimilationsvermögens auch noch auf armem, magerm Sandboden gedeiht, so hat sich dieselbe namentlich in manchen Gegenden des nördl. Deutschlands sowohl zur Düngung (Unterpflügen der L. im grünen Zustande) als auch für Fütterungszwecke weite Verbreitung verschafft. Der Futterwert der Lupinenkörner ist ein hoher, wird jedoch beeinträchtigt durch das Vorhandensein eines oder mehrerer zu den Alkaloiden gehörigen Bitterstoffe (Lupinin und Lupinidin), sowie durch das Auftreten einer Krankkeit der mit Lupinenheu oder Körnern gefütterten Tiere. (S. Lupinose.) Die 1820 von von Wulffen aus Italien nach Deutschland eingeführte gelbe L. wird am meisten gebaut, da der Gehalt an Bitterstoff in derselben am geringsten ist. Die Saat der L. erfolgt im März oder April; an Saatmenge sind nötig 1—2,6 hl pro Hektar, je nach der Art der angebauten L. und je nach dem Nutzungszwecke, Gründüngung, Heu⸗, Samengewinnung u. s. w. An Samen erhält man 8 —25 hl à 80 —85 kg pro Hektar. Vgl. Kette und König, Lupinen⸗ und Seradellabau' (S. Aufl., Berl. 1883).