FeedLüster
Bildende KunstBrockhaus 1882

Lüster, nach dem franz. Lustre (s. d.), eine sehr beliebte Dekoration des Porzellans, der Fayence, welche schon auf Fayencetellern aus der maurohispanischen Zeit vorkommt und dadurch hervorgebracht wird, daß man den Thonwaren einen höchst zarten metallischen Anflug gibt, welcher seinen Glanz allein durch das Brennen erhält, während dickere Metallschichten den Glanz erst nach dem Brennen durch das Polieren erhalten. Man unterscheidet folgende Lüsterfarben: 1) Goldlüster, welcher sehr häufig zum Verzieren von Fayence, hauptsächlich zum überziehen ganzer Flächen gebraucht wird; in dünnster Schicht aufgetragen, führt er den Namen Burgoslüster, der vorzugsweise zum Fondieren von Flächen Verwendung sindet, indem man zuerst Druck und Malerei auf denselben anbringt, welche durch den L. ersichtlich bleiben. Letzterer L. bedingt zugleich eine rosenrote Färbung der Glasur und gewährt demnach den doppelten Effekt von Farbe und Goldglanz. 2) Der Silberlüster ist entweder gelber L. oder Kantharidenlüster, letzterer vom Ansehen der Flügeldecken der Spanischen Fliegen oder Kanthariden. 3) Der Kupferlüster zeigt dasselbe Ansehen und das nämliche rötliche und gelbliche Farbenspiel wie der Burgoslüster; man findet ihn häufig auf gewöhnlicher span. Fayence und auf gewisser Majolika aus dem Zeitalter des Georgio. 4) Mit dem Namen Bleilüster bezeichnet man endlich jene in Regenbogenfarben spielende glänzende Färbung, welche gewisse mit Bleiglasur überzogene Thongeschirre zeigen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 263Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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