FeedMack von Leiberich (Karl, Freiherr)
GeschichteBrockhaus 1882

Mack von Leiberich (Karl, Freiherr), österr. Feldmarschalllieutenant, geb. zu Neuslingen in Franken 24. Aug. 1752, trat 1770 in österr. Dienste und war im Feldzuge 1778 Adjutant des Feldmarschalllieutenants Kinskhy. Als Hauptmann 1783 in den Generalstab versetzt, 1785 in den Adelsstand, 1791 in den Freiherrenstand erhoben, half er beim Ausbruch des Türkenkriegs den Operationsplan entwerfen, wurde in Ungarn Lascys Adjutant, dann nach der Einnahme von Belgrad Oberst und 1793 Generalstabschef in den Niederlanden. Als Feldmarschalllieutenant bei der Rheinarmee angestellt, begab er sich nach dem Frieden vom Campo-Formio im Okt. 1798 nach Neapel, um den Oberbefehl des neapolit. Heeres gegen die Franzosen zu übernehmen. Er besetzte 27. Nov. Rom und gemeinschaftlich mit den Engländern Civitavecchia, bald aber nötigte der demoralisierte Zustand der Truppen ihn zum Rückzug. Zugleich brach in Neapel eine Meuterei der Lazzaroni aus, die ihn veranlaßte, zu dem feindlichen General Championnet zu fliehen. Nach Frankreich als Kriegsgefangener abgeführt, entwich er 1800 unter Bruch des abgegebenen Ehrenwortes aus Paris. Im J. 1804 erhielt er das Generalkommando in Tirol, Dalmatien und Italien, und 1805 stand er, auf Wunsch Englands, an der Spitze des österr. Heeres in Deutschland. Er wurde an der Iller 14. und 15. Okt. geschlagen, warf sich in die Stadt Ulm, ergab sich aber mit der 20000 Mann starken Besatzung schon 17. Okt. den Franzosen kriegsgefangen. Auf sein Ehrenwort entlassen, kehrte er nach Osterreich zurück, wo er vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Verlust seiner Würden und Auszeichnungen, sowie zu acht Jahren Festungshaft verurteilt wurde. Der Kaiser milderte jedoch dieses Urteil auf Cassation und zweijährige Festungshaft. Seitdem lebte er zu St. Pölten, bis er 1819 begnadigt und als Feldmarschalllieutenant pensioniert wurde. Er starb zu St. Pölten 22. Okt. 1828. Vgl. «Die Kapitulation von Ulm. Eine Denkschrift des Generals M.v (im „Histor. Taschenbucho, Neue Folge, Bd. 3, Lpz. 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 308Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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