Madrigal ist eine jener lyrischen Dichtformen,‚ f die ihren Reiz vornehmlich in der Musik der d Sprache, in der melodischen Schönheit kunstvoller Reimverschlingungen suchen. Es ist eine Nebenart 3 des Sonetts, aus mehrern drei⸗-, ja vierzeiligen Absätzen bestehend. Der Ursprung der Form liegt bei den Italienern, von dort ging sie zu den Spa⸗( niern und Franzosen; auch in den german. Sprachen, besonders in der Dichtung der deutschen Romantiker, ist sie nachgeahmt. Die Künstlichkeit des Reimspiels bringt es mit sich, daß das M. nicht t Ausdruck tiefinnersten Gefühlslebens ist, sondern sinniger Betrachtung und geistvollen Witzes.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 322Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei