Madura (sanskrit. Mathura, bei den Alten Modura), die Hauptstadt eines gleichnamigen Distrikts in der indobrit. Präsidentschaft Madras, am Flusse Waiga gelegen, Sitz einer kath. und einer prot. Mission, hat gegenwärtig breite und reinliche Straßen, große Marktplätze, zum Teil zweistöckige Häuser und zählt (1881) 73 807 E., die bedeutenden Baumwollhandel treiben. Einst war M. Hauptstadt eines mächtigen Königreichs (s. Karnatik), sowie Mittelpunkt südind. Gelehrsamkeit und übte vor dem Eindringen des Islam, sieben Jahrhunderte hindurch, großen Einfluß auf die Hindu. Noch sind die großartigen Trümmer des alten Königspalastes und ein heiliger Tempel des Siwa vorhanden. Unter seinen Rasthäusern für Pilger zeichnet sich eine Prachthalle aus, von grauem Granit, 106 m lang und 42 mbreit. Das Dach derselben wird von sechs Reihen Säulen getragen, die mit Bildhauerarbeiten geschmückt sind. über die niederländ. Insel Madura s. Java.