Masulipatam (ind. Matschlibandar oder Massallipatan), Hauptstadt des gleichnamigen oder auch Krischna genannten Distrikts der indobrit. Präsidentschaft Madras, welcher der schon den Alten unter dem Namen Mäsolia bekannten Landschaft entspricht und auf 20812 qkm (1871) 1452374 CE. zählt. Die Stadt liegt an einem Mündungsarm des Krischna oder Kistna in einer sumpfigen Ebene und zählt 36 188 sehr betriebsame Einwohner, die durch Farbenpracht ausgezeichnete Baumwollgewebe fertigen, Zeugdruckereien, Bleichen und Wäschereien, sowie Indigo⸗‚ Rum- und Olfabriken unterhalten. Der Hafen ist der einzige an der Küste Koromandel, der keine starke Brandung hat. Doch können während des Nordost-Monsuns keine Seeschiffe hier einlaufen, müssen auch während der andern Jahreszeit wegen geringer Wassertiefe in einem Abstand von 7 bis 8 Em vor Anker gehen. Gleichwohl ist der Handelsverkehr ziemlich beträchtlich. Mitten in der Petta oder Stadt der Eingeborenen stehen auf dem Kreuzungspunkt der Hauptstraßen 33 große Kalksteinplatten mit zahlreichen Haute- und Basrelief-Figuren von der vollendetsten Zeichnung und Ausführung, die aus den Trümmern einer 11 km entfernt stehenden Pagode herstammen und Ceremonien der Dschaina darstellen. Im Südosten der Petta liegt inmitten der bei Springflut von der See überschwemmten Moräste das brit. Fort, von einem hohen Wall und weiten, tiefen Gräben umgeben, mit Zeughaus, Pulverturm, Kasernen, Krankenhaus, einer prot. Kirche und einer kath. Kapelle.