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GeschichteBrockhaus 1882

Magnus, Herzog von Sachsen 1071-1106, der letzte aus dem Geschlecht der Billinger, beteiligte sich schon bei Lebzeiten seines Vaters, des Herzogs Ordulf, eifrigst an den Fehden gegen den Erzbischof Adalbert von Bremen und kam dadurch in eine feindliche Stellung zu König Heinrich IV. Weil M. den geächteten Otto von Nordheim schützte, nahm Heinrich ihn nach seiner Unterwerfung 1071 instrenge Haft. Durch den Aufstand der Sachsen 1073 befreit, stellte M. sich als ihr Herzog an die Spitze der mit Heinrich Unzufriedenen, wurde aber 1075 an der Unstrut besiegt und mußte sich nochmals ergeben. Nach mehrjähriger Haftfreigelassen, erneuerte er den Kampf, trat auf die Seite des Gegenkönigs Rudolf von Schwaben und ward mit diesem zusammen 1078 bei Melrichstadt besiegt. Seitdem verhielt er sich dem Könige freundlicher. Im Bunde mit dem Erzbischof Liemar von Bremen förderte er nun die Mission bei den Slawen, und durch seine Unterstützung gelang es dem christenfreundlichen Heinrich, dem Sohne des 1066 von den Wenden erschlagenen Fürsten Gottschalk, die Herrschaft des Vaters wie der aufzurichten. Bald danach starb M. 1106, ohne Söhne zu hinterlassen; seine Eigengüter kamen durch Heiraten seiner beiden Töchter an die Häuser der Welfen und Askanier, die Herzogswürde in Sachsen aber durch Heinrich V. an den spätern Kaiser Lothar III.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 345Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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