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ErdkundeBrockhaus 1882

Maigrafen » (Berl. 1865). Maienfeld, altertümliches Städtchen im Bezirk Unterlandquart des schweiz. Kantons Graubünden, liegt 520 müber dem Meere, 2 km östlich von Ragaz an der Straße über die Luziensteig, auf der rechten Seite des Rheinthals, besitzt einen alten, angeblich von Konstantin dem Großen erbauten Turm, ein großes verfallenes Schloß, mehrere stattliche Herrenhäuser, ein Rathaus und eine Pfarrkirche und zählt (1880) 1208 meist reform. E. Die Gegend von M., die sog. Herrschaft, baut namentlich bei Malans und Jenins, den besten Wein der Ostschweiz. Maienwand, richtiger Maienwang (Wang — Abhang), heißt im schweiz. Kanton Wallis die steile, steinige, mit Alpenrosengesträuch und spärlichem Rasen bekleidete Berglehne, über welche sich der Saumweg des Grimselpasses in vielen Windungen von der Hauseck (2182 m) zum Gletsch (1761m) beim Rhönegletscher hinabzieht. Maier (vom lat. Major) hieß im Mittelalter der Vorsteher der Gutsunterthanen, namentlich unfreien, und ist also gleichbedeutend mit Vogt. Ferner heißt M. der Verwalter eines Landguts (Maiergut, Maierhof im allgemeinen; sodann bezeichnet es auch in manchen Gegenden eine besondere Art von Bauern, die kein volles Eigentum an ihrem Gute haben. Maifeld, s. Märzfeld. Maifeld, der Grund, auf dem der Deich steht. Maifeld, Landstrich in der Eifel (s. d.). Maifisch ist der Name mehrerer Fischarten aus der Gattung der Heringe und der Untergattung der Alsen (Klausa). Nächst den europäischen M. oder Alsen (s. Alse) ist deramerikanische Maifisch oder Shad (Clupea oder Alausa sapidissima) von besonderer Wichtigkeit. Derselbe hat ein sehr wohlschmeckendes Fleisch und bildet an der ganzen Nordostküste der Vereinigten Staaten nicht nur den Gegenstand eines großartigen Fanges (namentlich in den breiten Flußmündungen), sondern auch einer bedeutenden künstlichen Zucht, indem die schwimmenden Eier dieses Fisches in großer Menge künstlich befruchtet und in zahlreichen schwimmenden Brutkästen in den Flußmündungen (z. B. in Connecticut) ausgebrütet werden. Versuche, den Shad n Europa einzubürgern, sind bis jetzt mißlungen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 355Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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