Maintenon beeinflußt, erteilte der König 1694 seinen beiden Söhnen von der Montespan den Rang unmittelbar hinter den Prinzen von Geblüt; 1714 erklärte er dieselben sogar für thronfähig. Üüberdies sollte der Herzog von M. nach den Testamentsbestimmungen des Königs die Erziehung des jungen Ludwig XV. leiten, die Haustruppen befehligen und eine Stelle im Regentschaftsrat einnehmen. Der Regent, der Herzog Philipp von Orléans, unterdrückte aber nach Ludwigs XIV. Tode diese Bestimmungen und hob auch 1717 das Edikt auf, das die Kinder der Montespan erbfähig und zu Prinzen von Geblüt erklärte. Aus Verdruß darüber ließ sich der Herzog von M. mit seiner Gemahlin in die von dem span. Minister Alberoni eingeleiteten Intriguen gegen den Regenten ein. Namentlich trat die Herzogin mit den Jesuiten und der frühern Hofpartei in eine Verschwörung zusammen, die der span. Gesandte, Prinz von Cellamare, leitete. Der Minister Dubois entdeckte im Dez. 1718 das Komplott. Der Herzog selbst konnte nicht überführt werden und erhielt nach einjähriger Gefangenschaft seine Freiheit; die Herzogin gestand jedoch und wurde nach Sceaux verwiesen. Später erschienen beide wieder am Hof. Der Herzog starb 14. Mai 1736, seine Gemahlin 1753. Sie hinterließen zwei Söhne, mit deren Tode (1755) das Haus Maine erlosch.