FeedMalajup genannt
ErdkundeBrockhaus 1882

Malajup genannt, was sich durch Kherumschwärmende Leutey übersetzen läßt. Die M. von der Halbinsel wurden die Verbreiter des Islam, ihrer zu höherer Entwickelung gelangten Sprache, ihrer Schrift, überhaupt ihrer Kultur in dem Reiche Manang-Kabau und auf der ganzen westl. Hälfte von Sumatra. Gegenwärtig bilden die M. den Hauptbestandteil der Bevölkerung von der Halbinsel Malakka, den wichtigsten Teil der Bevölkerung von Sumatra und leben außerdem als Ansiedler an den Küsten Javas, namentlich von dessen westl. Teile und den andern ind. Inseln. Auf Borneo haben sie eine Anzahl größerer und kleinerer Reiche gebildet. Die Zahl sämtlicher M. im engern Wortsinne dürfte sich auf 3½ bis 4 Mill. belaufen. Die malaiische Sprache war schon im 15. Jahrh. im Indischen Archipel allgemeine Handels⸗ und Verkehrssprache. Die Litteratur der M. ist ziemlich vielseitig und enthält namentlich schätzenswerte Chroniken und Geschichtsbücher. Sie lehnt sich teils an die arabische, teils an die indische an. Außer dem Koran R auch verschiedene Dichtwerke der Araber in das alaiische übertragen, wie z. B. «Kalila und Dimnay, Tausendundeine Nachte u. a. m. Um die Kenntnis des Malaiischen haben sich in Europa außer den Engländern Marsden, Leyden und Crawford und den Franzosen Dulaurier und Favre besonders die Niederländer (Werndly, Roorda, De Hollander, van Hövell, Friedrich Pijnappel u. s. w.) verdient gemacht. Unter den Grammatiken sind die von Werndly (Amsterd. 1736; Batavia 1823), Marsden (Lond. 1812; franz. von Elout, Harlem 1824), De Hollander (3. Aufl., Breda 1856), unter den Wörterbüchern die von Marsden (Lond. 1812; franz. von Elout, 2 Bde., Harlem 1825 — 26), Roorda (2 Bde., Batavia 1824 25), Crawford (mit Grammatik, 2 Bde., Lond. 1852) und Pijnappel (Harlem 1863; Supplement 1869) zu nennen. pel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 377Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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