FeedMallinckrodt (Herm. von)
GeschichteBrockhaus 1882

Mallinckrodt (Herm. von), einer der bedeutendsten Führer der ultramontanen Partei in Deutschland, geb. 5. Febr. 1821 in Minden als Sohn des spätern Vizepräsidenten der aachener Regierung, Karl Detmar von M., studierte in Berlin und Bonn die Rechte und trat dann in den Justiz⸗ und Verwaltungsdienst. Zur Zeit des Unionsparlaments war er kommissarischer Oberbürgermeister von Erfurt und unter dem Grafen Schwerin Hilfsarbeiter im Ministerium des Innern. Im Sommer 1860 kam er als Regierungsrat nach Düsseldorf und 1867 nach Merseburg. Am 1. Mai 1872 schied er aus dem Staatsdienste. Als kath.⸗Konservativer Vertreter verschiedener westfäl. Wahlkreise war M. 1852—63 und wiederum seit 1868 Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses, seit 1867 Mitglied des Norddeutschen und dann des Deutschen Reichstags. Im Abgeordnetenhause gehörte er während des Bestehens der kath. Fraktion zu dieser, dann zur Fraktion des Centrums, im Konstituierenden und Norddeutschen Reichstage zur bundesstaatlich-konstitutionellen Fraktion, im Deutschen Reichstage zur Centrumspartei, deren schlagfertigster Vorkämpfer er war. Er starb zu Berlin 26. Mai 1874. Seine Leiche wurde nach Westfalen gebracht, wo sie in der Familiengruft in der Maiel Deract zu Bödecker bei Büren beigesetzt wurde. Vgl. Berger, Hermann von M.» (Paderb. 1874); Mertens, Hermann von M.» (Paderb. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 386Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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