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GeschichteBrockhaus 1882

Colombey, Schloß und Ortschaft im Kanton Pange des Eiadele 90n 5 Landkreises Metz, 7 km östlich der Citadelle von Metz, zwischen den nach Saarbrücken und nach Dieuze führenden Straßen gelegen, erlangte geschichtliche Bedeutung durch die Schlacht bei C.⸗Nouilly und durch viele kleine Gefechte, welche während der Einschließung von Metz gerade um diesen Ort stattfanden. Die Schlacht von Colombey⸗-Nouilly, die erste der drei großen Schlachten in der Umgebung von Metz (anfangs Schlacht von Courcelles oder von Pange genannt), wurde 14. Aug. 1870 von der Ersten deutschen Armee unter mißt, sind unter K aufzusuchen. General von Steinmetz Legin Teile der im Lager von Metz stehenden franz. Rheinarmee geschlagen. Am Vormittag des 13. Aug. befahl Marschall Bazaine, als die preuß. Vortruppen Fühlung mit den franz. Vorposten gewannen, am folgenden Tage mit der Armee nach Westen, zunächst nach Verdun, abzumarschieren. Seit dem Morgen ging der Armeetrain auf das linke Moselufer über, gegen Mittag begannen die Truppen zu folgen. General von Steinmetz sah die ihm vorgeschriebene Aufgabe als eine wesentlich defensive an und tal sich deshalb nicht mit der Absicht, einen Frontalangriff gegen die unter dem Schutze ihrer Forts aufgestellte feindliche Armee zu unternehmen. Von 11 Uhr des Vormittags an trafen Meldungen in den deutschen Stabsquartieren ein, welche besagten, daß die franz. Lager geräumt würden und der Feind in westl. Richtung abmarschiere. General von Manteuffel ließ darauf hin das 1. Armeekorps sich kampfbereit halten. General Freiherr von der Goltz, welcher die Vortruppen des 7. Armeekorps befehligte, faßte den Entschluß, den abziehenden Franzosen möglichst Abbruch zu thun und deren Rückzugsbewegung zu verzögern, ging um 3½ Uhr nachmi tags von seinem Biwak bei Laquenexy aus selbständig zum Angriff vor und forderte das 1. Armeekorps sowie die 1. Kavalleriedivision zur Unterstützung auf. Er nahm bis gegen 5 Uhr den Abschnitt von C. in Besitz; doch wurde die Lage der Vortruppen des 7. Armeekorps, als der Gegner mit sehr überlegenen Kräften einen umfassenden Gegenangriff begann, mehr und mehr gefährdet. Da nahte von Osten der Rest der 13. Infanteriedivision zur Unterstützung, während sich von Norden her nunmehr die Einwirkung des seit 4½ Uhr im Vormarsch begriffenen 1. Armeekorps fühlbar machte, zunächst durch dessen Artillerie. Die 1. Infanteriedivision rückte auf Montoy und die Brauerei vor, die 2. Division über Glattigny und Noisseville gegen Servigny, Nouilly und die Höhen von Mey, beide lebhaft empfangen von der auf den Höhen von Bellecroix aufgestellten franz. Artillerie. Gegen 6¾ Uhr wurde das abnae C. gelegene, bisher von den Franzosen hartnäckig verteidigte Tannenwäldchen und der eingeschnittene Weg, welcher von C. nach Bellecroix fuhrt, von der 25. Infanteriebrigade (General von Osten-Sacken) und Teilen des Jägerbataillons Nr. 1 genommen und der Kampf des linken Flügels zu Gunsten der deutschen Waffen entschieden. Zu derselben Zeit aber drang das 4. franz. Korps mit drei Divisionen und zahlreicher Artillerie auf Mey und Servigny gegen den rechten Flügel des 1. preuß. Armeekorps vor; doch trat General von Manteuffel dem Angriff auf dem rechten Flügel durch einen energischen Vorstoß seiner Reserven, im Centrum durch Entwickelung einer Artilleriemasse von 90 Geschützen in der Richtung Servigny-MoissevilleLauvallier sofort wirksam entgegen. So stand die Schlacht gegen 7 Uhr abends, als vom 8. Armeekorps die 28. Infanteriebrigade (von Woyna) südwestlich von C. eintraf und sofort über La-Grange-aur-Bois gegen das Borny-Wäldchen vorging. Gleichzeitig kamen die auf der straßburger Chaussee heranrückende 18. Infanteriedivision (von Wrangel) und 1. Kavalleriedivision über Peltre bei Mercy-le-Haut an und griffen Grigy an, worauf die franz. Truppen aus Grigy und dem Borny-Wäldchen zurückwichen. Hiermit schloß auf dem linken Flügel des deutschen Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IV. rHeeres der Kampf, welcher beim 1. Armeekorps bis „gegen 9 Uhr abends fortdauerte und mit dem völli⸗ „gen Rückzug der franz. Truppen endete, nachdem auch die Höhe von Mey durch die von der Gou-Mühle vordringende preuß. Infanterie ge⸗ „nommen und die beiden Reservebrigaden bis Lau⸗ „vallier und Nouilly vorgerückt waren. Überall „nahm das Festungsgeschützß, namentlich von Fort Julien aus, das Feuer gegen die deutschen Truppen auf. General von Steinmetz, welcher gegen 8 Uhr abends mit von Manteuffel bei Noisseville zusammengetroffen war, befahl den Rückmarsch „der Truppen in die am Morgen besetzten Stellungen, Entaurn aber mit Rücksicht auf die Verwundeten und auf das Siegesgefühl der Truppen das Verbleiben der letztern auf dem eroberten Schlachtfelde 5 der nächsten Stunden. Der deutsche Verlust betrug 222 Offiziere und 4684 Mann; die Franzosen verloren 200 Offiziere und 3408 Mann, darunter General Decaén. bi die Tafel: Die Kämpfe um Metzo zu Artikel Metz.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 512Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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