FeedMallorca (spr. Maljorka) oder Majorca
ErdkundeBrockhaus 1882

Mallorca (spr. Maljorka) oder Majorca, die größte der zu Spanien gehörigen Balearischen Inseln (s. d.) im Mittelmeer, die nebst den von den Alten Pityusen genannten Inseln (ein in gegenwärtiger Zeit nicht mehr geltender Name) das Königreich M. bilden, hat mit Einschluß der kleinen Cilande Cabrera, Conejera und Dragonera ein Areal von 3414 akm und zählt (1877) 230396 E., von denen nur 30 auf die genannten Inselchen kommen. Die Insel M. besitzt die Gestalt eines Rhombus mit den Vorgebirgen Cabo-Formentor im N., Dragonera im W., de Salinas im S., de Pera im O., während die beiden Buchten Bahia de Alcudia im NO. und Bahia de Palma im SW. so tief einschneiden, daß sie sich bis auf 52 Kme nähern. Etwa die Hälfte der Insel ist eben, die andere Hälfte gebirgig. Das Gebirgssystem besteht aus zwei durch Höhenzüge und Hügelgelände verbundenen Bergketten, welche mit der Nordwest⸗ und der Ostküste parallel streichen. Erstere, deren Hauptgipfel, die Silla de Torellas, 1570 m hoch ist, bildet eine mächtige Schutzmauer gegen die Gewalt und Kälte des Nordwindes, woraus sich die außerordentliche Milde des Klimas im größten Teil der Insel erklärt. Der östl. Zug besteht mehr aus einzelnen Erhebungen, deren höchste, Bee de Faruch, 544 m aufsteigt, und ist eintönig und öde. Zwischen beiden Ketten breiten sich weite Ebenen und Hügelgelände aus, die von zahlreichen Bächen und Flüßchen bewässert werden. Die außerordentlich malerische westl. Hauptgebirgskette besteht großenteils aus Serpentin und Trapp; sonst sind Thonschiefer, Kalk und Sandstein die vorherrschenden Gebirgsarten. Die zwei vorhandenen Steinkohlengruben liefern nur Kohle von geringer Qualität. Die Kalkformationen sind überaus reich an Schluchten und Höhlen; am berühmtesten ist die prachtvolle Tropfsteinhöhle Cueva de Arta an der Südostküste. An vielen Orten finden sich schöner Marmor und vorzüglicher Sandstein, hier und da Alabaster, Achat, Jaspis, Serpentin, Talk, Glimmer und Bergkrystall. Auch an Mineralquellen und Salinen fehlt es nicht. Das Bergland hat sehr fruchtbaren Boden. Die Abhänge, weit hinauf terrassiert, wohl bewässert und fleißig angebaut, tragen, begünstigt vom herrlichsten Klima, Fruchtbäume aller Art, namentlich Sl⸗, Mandel⸗ und Maulbeerbäume, so- wie Weinreben, Getreide, Gemüse und Gartenfrüchte in größter Menge und bester Qualität. Die Thäler sind häufig mit Orangenpflanzungen erfüllt. Die Ebenen sind trocken, heiß, baumlos und wegen der häufig stagnierenden Wasser ungesund, oft vom Gelben Fieber und der Cholera heimgesucht. Die Bewohner, Mallorquines, sind nach ihrem Ursprung Valencianer und sprechen einen Dialekt der catalonischen Sprache. Auf Ackerbau, Viehzucht, Fischfang und Schiffahrt angewiesen, beschäftigten sie sich außerdem mit Bereitung des Ols und der Weine, welche den Hauptreichtum der Insel bilden, und unterhalten Fabriken für Seife, Liqueure, Branntweine, Mandelöl, Baumwollgespinste und Gewebe, Seide, Papier etc. und Gerbereien. Die Insel hat eine Eisenbahn von Palma nach Hasi und sechs Häfen. Besonders lebhaft ist der üstenhandel mit den span. Küsten, Frankreich, Italien und Nordafrika. Zur Ausfuhr kommen besonders Oliven. Hauptstadt der Insel ist Palma (s. d.). Vgl. Bover, WVoticias historico-topograficas de Mr.y (Palma 1864); „Die Balearen. In Wort und Bild geschilderto (anonym erschienenes Prachtwerk von Erzherzog Ludwig Salvator, Bd. 2, Lpz. 1871); Bidwell, &The Balearie Islandso (Lond. 1876). Mallow, Stadt in der irischen Grafschaft Cork, 32 km im NNW. von Cork, Eisenbahnknotenpunkt, links am Blackwater gelegen, hat warme Quellen, ein Badehaus, Salzsiedereien, Gerbereien und Mahlmühlen und zählt (1881) 4439 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 386Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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